Jeder vierte Baden-Württemberger nimmt regelmäßig rezeptfreie Schmerzmittel

Repräsentative Forsa-Umfrage

Datum: 06.06.2017 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Stuttgart

Eine von der AOK Baden-Württemberg in Auftrag gegebene repräsentative Forsa-Umfrage kommt zu dem Ergebnis, dass 21 Prozent der Baden-Württemberger mindestens einmal im Monat zu rezeptfreien Schmerzmitteln greift – 3 Prozent sogar mindestens einmal pro Woche. 19 Prozent verwendet nach eigenen Angaben nie rezeptfreie Schmerzmittel. Dabei können rezeptfreie Schmerzmittel zu ernsthaften Nebenwirkungen führen. Die häufigsten Komplikationen dieser Schmerzmittel sind Schleimhautentzündungen, Geschwüre oder Blutungen im Magen-Darm-Trakt. Das Risiko für Nebenwirkungen hängt von verschiedenen Faktoren ab wie der Dosierung des Medikaments, der Dauer der Einnahme sowie von bereits vorhandenen Risiken, dem Alter und Erkrankungen. Um das Risiko für Komplikationen gering zu halten, ist es sinnvoll, Schmerzmittel möglichst niedrig zu dosieren und nur so lange zu nehmen wie nötig.

 

Rezeptfreie Schmerzmittel aus der Apotheke, wie zum Beispiel Ibuprofen oder Paracetamol, können unter anderem akute Schmerzen lindern. Wie gut ein Mittel individuell wirkt, hängt nicht nur von der Art und Stärke der Schmerzen ab, sondern auch davon, wie das Medikament dosiert wird. Ohne Rezept erhältliche Schmerzmittel sind zur Behandlung von leichten bis mittelstarken Schmerzen zugelassen. Laut aktueller Forsa-Umfrage greifen die Baden-Württemberger vor allem bei Kopfschmerzen darauf zurück. 82 Prozent der Befragten, die mindestens einmal im halben Jahr frei verkäufliche Schmerzmittel nehmen, bekämpfen damit ihre Kopfschmerzen und 17 Prozent Migräne. Jeder Dritte (33 %) behandelt seine Erkältungen unter anderem mit frei verkäuflichen Schmerzmitteln und jeweils etwa jeder Fünfte seine Rücken- (23 %) beziehungsweise Gliederschmerzen (21 %) oder Fieber (20 %). „Schmerzmittel können wie jedes andere wirksame Medikament auch Nebenwirkungen haben und zu Komplikationen führen. Um unerwünschte Wirkungen zu vermeiden, ist es wichtig, auf die richtige Anwendung zu achten. Dies gilt insbesondere für Menschen, die bestimmte Vorerkrankungen haben oder die häufiger zu Schmerzmitteln greifen“, sagt Dr. med. Jan Paulus, Arzt bei der AOK Baden-Württemberg.

 

Knapp jeder zehnte Befragte unterschätzt jedoch die Gefahren: 8 Prozent der Baden-Württemberger halten eine regelmäßige Verwendung rezeptfreier Schmerzmittel für ungefährlich. Die deutliche Mehrheit (88 %) geht dagegen davon aus, dass damit Gefahren verbunden sind. Weitere 4 Prozent sind sich unsicher, ob die regelmäßige Verwendung solcher Schmerzmittel ungefährlich ist oder nicht. „Die häufigsten Komplikationen rezeptfreier Schmerzmittel sind je nach Wirkstoff Schleimhautentzündungen, Geschwüre oder Blutungen im Magen-Darm-Trakt. Nierenfunktionsstörungen, aber auch Leberschädigungen sind zum Beispiel bei einer erhöhten Dosis von beispielsweise Paracetamol möglich. Neuere Studien weisen darauf hin, dass bestimmte rezeptfreie Schmerzmittel das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen könnten“, so Paulus.

 

Laut Forsa-Studie konsumiert fast ein Viertel aller Baden-Württemberger mindestens einmal im Monat rezeptfreie Schmerzmittel – drei Prozent sogar mindestens einmal pro Woche. Die Mehrheit nimmt laut eigener Angabe seltener als einmal im Monat rezeptfreie Schmerzmittel: 16 Prozent einmal im Vierteljahr oder häufiger, 11 Prozent mindestens einmal im halben Jahr und 30 Prozent seltener als zweimal im Jahr. Weitere 19 Prozent verwenden nie frei verkäufliche Schmerzmittel. Frauen greifen häufiger als Männer mindestens einmal im Monat zu rezeptfreien Schmerzmitteln aus der Apotheke. Befragte, bei denen vom Arzt eine Migräne diagnostiziert wurde, nehmen überdurchschnittlich häufig rezeptfreie Schmerzmittel, die weitaus überwiegende Mehrheit der Betroffenen (77 %) mindestens einmal im Monat. Werden neben Schmerzmitteln weitere Arzneimittel eingenommen, so besteht die Gefahr einer Wechselwirkung. Der behandelnde Arzt sollte daher immer alle Arzneimittel kennen, die eingenommen werden. Dies gilt auch für nicht verschreibungspflichtige Schmerzmittel, die in der Apotheke gekauft werden.

 

Rezeptfreie Schmerzmittel wirken offenbar meistens sehr zuverlässig: 61 Prozent derjenigen, die mindestens einmal im halben Jahr frei verkäufliche Schmerzmittel verwenden, erfahren dadurch fast immer Linderung ihrer Beschwerden bzw. Symptome und weitere 30 Prozent häufig. Die Bereitschaft der Verwender, das gewohnte Schmerzmittel gegen ein homöopathisches Mittel auszutauschen, ist eher verhalten. 17 Prozent erklären sich grundsätzlich zu einem solchen Wechsel bereit – Frauen eher als Männer. Weitere 33 Prozent schließen es zumindest nicht aus und halten es für wahrscheinlich, dass sie statt ihrem gewohnten Schmerzmittel einmal ein homöopathisches Mittel ausprobieren würden. 44 Prozent würden dagegen wahrscheinlich bzw. bestimmt nicht zu einem homöopathischen Mittel wechseln. Weitere 6 Prozent sind unentschlossen.

 

Quelle: Die repräsentative Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der AOK Baden-Württemberg durchgeführt. Befragt wurden zwischen dem 28. April und dem 15. Mai 2017 insgesamt 501 nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte Personen ab 18 Jahren in Baden-Württemberg.

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