Elektroschocks gegen Herzrasen

Ab dem 1. April können Kardiologen im Südwesten, die am Facharztvertrag von AOK Baden-Württemberg und Bosch BKK teilnehmen, das ambulante Einsetzen (Implantation) von Defibrillatoren vornehmen. Die Leistung ist bundesweit sonst nur in spezialisierten Kliniken möglich.

Datum: 28.03.2017 / Kategorie: AOK-Facharztprogramm

Stuttgart

Der Defibrillator ist ein Elektroschockgerät in Miniaturausgabe, das den Herzrhythmus überwacht und bei lebensbedrohlichem extremem Herzrasen oder Kammerflimmern Impulse oder Elektroschocks abgibt, die den normalen Herzrhythmus wieder herstellen. Patientinnen und Patienten profitieren davon, dass der Eingriff und die Nachsorge bei einem qualifizierten Arzt ihres Vertrauens stattfindet – eine Option, die von der großen Mehrheit der Betroffenen präferiert wird. Die Vertragspartner, zu denen auf Arztseite der MEDI Verbund, der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) und der Berufsverband niedergelassener fachärztlich tätiger Internisten (BNFI) zählen, führen damit eine weitere moderne Therapiemöglichkeit ein, die in der ambulanten Regelversorgung nicht erstattet wird.

 

Der plötzliche Herztod gehört nach Angaben des Fachblatts Europace (2014) mit jährlich schätzungsweise 66.000 Fällen zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. In über 80 Prozent der Fälle sind schnelle Rhythmusstörungen der Herzkammer oder Kammerflimmern die Ursache. Der einsetzbare Cardioverter-Defibrillator (ICD) ist die einzige Therapiemöglichkeit, mit der diese lebensbedrohlichen Störungen erkannt und durch eine Elektrostimulation- oder Schockabgabe beendet werden können. Jährlich werden laut Deutschem Herzschrittmacher- und Defibrillatorregister rund 30.000 dieser Geräte in Deutschland eingesetzt oder ausgetauscht. Eine Vielzahl klinischer Studien hat die Bedeutung von Defibrillatoren in der Vorbeugung des plötzlichen Herztods untersucht und neben dem unbestrittenen Wert der Therapie auch einen signifikanten Überlebensvorteil bei Patientinnen und Patienten mit schwerer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) belegt.

 

In Baden-Württemberg kann diese Leistung nun auch für Versicherte erbracht werden, die am gemeinsamen FacharztProgramm von AOK Baden-Württemberg und Bosch BKK teilnehmen. Ab dem 01. April 2017 werden die Neuimplantation sowie der Aggregatwechsel von Defibrillatoren als ambulante Leistung im Kardiologie-Vertrag übernommen. Die vertraglichen Voraussetzungen zwischen der AOK Baden-Württemberg und den Ärzteverbänden für die Durchführung entsprechen den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung. Dazu zählt insbesondere der Nachweis, dass in den letzten Jahren kontinuierlich implantiert wurde. Derzeit erfüllen etwa 15 der rund 200 am Facharztvertrag teilnehmenden Kardiologen die erforderlichen Qualifikationskriterien.

 

Vorteile der Neuerung für die Patienten: Sie müssen nicht in die Klinik, sondern bleiben weiterhin bei ihrem Arzt, dem alle Befunde vorliegen und sie werden schneller versorgt, da ein ambulanter Eingriff zügiger erfolgt.

 

Kontakt zur Pressestelle

AOK Baden-Württemberg Pressestelle

Kontaktdaten der AOK Baden-Württemberg Pressestelle

E-Mail: presse@bw.aok.de
Telefon: 0711 2593-229
Telefax: 0711 2593-100

Presselstraße 19
70191 Stuttgart