Krankenstand in Baden-Württemberg leicht gestiegen – jeder zehnte Arbeitsunfähigkeitstag aufgrund psychischer Probleme

Durchschnittlich fehlte im Jahr 20k-business.de/baw. Es öffnet sich ein neues Browserfenster. 11 jeder Arbeitnehmer 17 Tage

Datum: 29.02.2012 / Kategorie: Krankenstand

Stuttgart

Der Krankenstand in Baden-Württemberg ist nach Analyse der AOK Baden-Württemberg seit 2008 erstmals leicht gestiegen. Mit 4,7 Prozent liegt der Krankenstand 2011 um 0,1 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Die Erhebung der AOK Baden-Württemberg zu den Fehlzeiten ihrer pflicht- und freiwillig versicherten Mitglieder ergab auch eine Zunahme an psychischen Krankheiten. Im Vergleich zum Vorjahr haben Erkrankungen der Psyche um 0,1 Prozentpunkte auf 9,9 Prozent zugenommen. Somit ist knapp jeder zehnte Arbeitsunfähigkeitstag auf psychische Probleme zurückzuführen.

Nach Angaben der AOK Baden-Württemberg war im Jahr 2011 jeder Beschäftigte durchschnittlich 17 Tage arbeitsunfähig. Darüber hinaus sind statistisch gesehen im vergangenen Jahr rund 55 Prozent aller Beschäftigten mindestens einmal krankgeschrieben worden.

Aus der AOK-Statistik geht außerdem hervor, dass die häufigsten Ursachen für Krankmeldungen im vergangenen Jahr weiterhin Muskel- und Skeletterkrankungen sind: Insbesondere Rückenleiden sind für knapp 23 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage verantwortlich. Weitere Krankheitsursachen sind darüber hinaus Atemwegserkrankungen, Verletzungen und Vergiftungen sowie psychische Erkrankungen.

Der Geschlechtervergleich zeigt, dass Männer mit 4,8 Prozent im Jahr 2011 häufiger und länger krank waren als Frauen. Die weiblichen Versicherten weisen lediglich einen Krankenstand von 4,5 Prozent auf. Der Krankenstand unterscheidet sich auch hinsichtlich der beruflichen Tätigkeit und der Stellung im Beruf und der Branche. Beispielsweise sind Montagearbeiter/innen aufgrund ihrer gesundheitlich eher belastenden Aktivitäten häufiger krank als etwa Sprechstundenhelfer/innen. Ebenso weisen zum Beispiel Facharbeiter mehr Fehlzeiten auf als Auszubildende und Teilzeitkräfte.

Die Statistik der AOK Baden-Württemberg verdeutlicht außerdem, dass sich der Krankenstand auch stark nach dem Alter unterscheidet Während im Jahr 2011 der Krankenstand der jungen Arbeitnehmer zwischen 20 und 29 Jahren nur 3,4 Prozent betrug, lag dieser bei den über 60-Jährigen bei 7,3 Prozent. Im Hinblick auf den demografischen Wandel und dem damit verbundenen drohenden Fachkräftemangel müssen die Präventionsanstrengungen nach Meinung der AOK in diesem Bereich deutlich verstärkt werden.

Die AOK Baden-Württemberg bietet deshalb verschiedene Gegenmaßnahmen zur Reduzierung des Krankheitstandes an. Einer der wesentlichen Ansatzpunkte ist dabei die gesundheitsorientierte Vorsorge am Arbeitsplatz. Im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung bietet die AOK Baden-Württemberg Unternehmen beispielsweise an, spezielle Krankenstandsanalysen durchzuführen. Mit deren Hilfe können mögliche Krankheits- und Belastungsschwerpunkte in der Belegschaft anonymisiert ermittelt werden. Darauf aufbauend werden bedarfsorientierte und an die Möglichkeiten des Unternehmens angepasste Gesundheitsmaßnahmen angeboten. Diese schließen einerseits Verhaltensprävention ein, das heißt das individuelle Verhalten der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wird geschult. Andererseits wird gleichzeitig versucht, die Arbeitsbedingungen in Bezug auf die Gesundheitsförderung zu optimieren. Landesweit machten 2011 laut AOK über 1.100 Unternehmen in Baden-Württemberg von den Angeboten der AOK Baden-Württemberg Gebrauch. Das weiterhin geltende Jahressteuergesetz 2009 verringert den finanziellen Aufwand der Betriebe bezüglich der Durchführung von BGM-Maßnahmen.

Anmerkung für die Redaktionen:

Weitere ausgewählte Statistikergebnisse sind als Anlage beigefügt.

Informationen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung der AOK im Internet unter www.aok-business.de/baw - Rubrik "Gesunde Unternehmen".

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