Immer mehr junge Menschen im Landkreis Waldshut sind magersüchtig

Waldshut-Tiengen, 18. Juli – Die Modeindustrie und einschlägige Casting-Shows im Privatfernsehen gaukeln es vor: je schlanker, umso attraktiver. Wer diesem Schönheitsideal nacheifert, greift oft zu drastischen Methoden wie Magerkost oder Nulldiät. In steigendem Maße wird dies zur gesundheitsgefährdenden Magersucht, wie die AOK Hochrhein-Bodensee für den Landkreis Waldshut festgestellt hat. 151 AOK-Versicherte aus dem Land-kreis waren 2014 wegen einer Ess-Störung in Behandlung. Damit bleibt das statistische Niveau im Vergleich zu den Vorjahren in etwa stabil. Anders sieht das aus mit der sogenannten Anorexia Nervosa, zu Deutsch: Magersucht. Hier registrierte die AOK im Jahr 2014 mit 42 Fällen einen Anstieg um fast 30 Prozent im Vergleich zu 2013 und deutlich mehr als in den benachbarten Land-kreisen Konstanz und Lörrach.

Datum: 18.07.2016 / Kategorie: Gesundheitstipps

Waldshut-Tiengen

„Magersucht kommt vor allem bei Teenagern und jungen Erwachsenen vor, wobei Frauen häufiger davon betroffen sind als Männer", sagt Kinderärztin Dr. Monika Spitz-Valkoun aus Bonndorf. „Als Folge der Unterernährung kommt es zu Veränderungen des Hormonhaushaltes, zum Beispiel dem Aussetzen der Regelblutung oder Potenzstörungen." Als weitere Symptome beschreibt die Fachärztin eine permanente Angst vor Gewichtszunahme, auffällige Essrituale wie zum Beispiel sehr langsames Essen oder eine verzerrte Wahrnehmung des eigenen Körpers – extremes Untergewicht wird nicht als solches erkannt. Das Streben nach Schlankheit hält die Jugendmedizinerin für sehr gefährlich, weil es oft auch mit lebensbedrohenden Folgeerscheinungen verbunden ist. In extremem Fällen sterben junge Frauen an Herzrhythmusstörungen oder Nierenschäden. Bei etwa einem Drittel der Sterbefälle ist ein Suizid die Ursache. „Betroffene und deren Angehörige unterschätzen die Situation oftmals, weil kein unmittelbares Krankheitsgefühl entsteht", beschreibt Dr. Spitz-Valkoun die Gefahren. „Bereits bei den ersten Symptomen sollte Angehörige und Betroffene einen Arzt konsultieren und eine entsprechende Therapie ins Auge fassen."

Kontakt zur Pressestelle

Gerhard-Gustav Gottwald

Pressesprecher

E-Mail: presse-aok-hrb@bw.aok.de
Telefon: 07751 878-182
Telefax: 07751 878-91-182
Mobil: 0172 1733651

Am Rheinfels 2
79761 Waldshut-Tiengen