Landtagswahl 2016:

AOK Baden-Württemberg stellt „Agenda Gesundheit“ vor

Datum: 02.03.2016 / Kategorie: Gesundheitspolitik

Stuttgart

Mit der „Agenda Gesundheit konkret“ stellt die AOK Baden-Württemberg ihre gesundheitspolitischen Forderungen an die neue Landesregierung vor. Zentrale Frage ist, wie das Gesundheitssystem heute gestaltet werden muss, um künftige Herausforderungen zu meistern. Bundesgesetze enthalten viele Bestimmungen, deren Details auf Landesebene zu regeln sind. Diese Spielräume sollten so genutzt werden, dass die Versorgungsstruktur in Baden-Württemberg die Herausforderungen der Zukunft antizipiert und berücksichtigt. Angesichts von Über-, Unter- und Fehlversorgung insbesondere im Krankenhausbereich brauche es Mut zur Veränderung. Herausforderungen sieht die AOK Baden-Württemberg im demografischen Wandel, in der wachsenden Multimorbidität und der Landflucht. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens könne die negativen Folgen zum Teil kompensieren. Die Politik müsse dabei die Chancen neuer Technologien nutzen.

Die AOK Baden-Württemberg hat sich schon lange dem Ziel einer qualitativ hochwertigen Versorgung verschrieben und fordert die Politik dazu auf, das Thema Qualität ganz weit oben auf die politische Agenda zu setzen. Hier bietet sich mit der Umsetzung des Krankenhausstrukturgesetzes im Land die Chance, die Krankenhausplanung neu auszurichten, wenn alle Beteiligten konstruktiv und anhand von Qualitätskriterien zusammenarbeiten.

Qualität als wesentlichen Maßstab eines Krankenhauses zu machen, würde durch Zu- bzw. Abschläge dazu führen, die Krankenhauslandschaft zu verändern. Darüber hinaus bietet der Strukturfonds in Höhe von insgesamt einer Milliarde Euro, eine halbe Milliarde davon aus Beitragsgeldern, die Chance, ineffiziente Strukturen abzubauen.

Mit den beiden Pflegestärkungsgesetzen (PSG I und II) hat der Gesetzgeber Reformen verabschiedet, die die Versorgungssituation der Pflegebedürftigen verbessern können. So sorgt der mit dem PSG II eingeführte neue Pflegebedürftigkeitsbegriff künftig dafür, dass Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz genauso von den Leistungen der Pflegeversicherung profitieren wie Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Gut sei ebenfalls, dass pflegende Angehörige aufgrund des PSG I mehr Unterstützung erhalten. Auf Landesebene kann viel unternommen werden, um Familien in solchen Situationen weiterzuhelfen. Die AOK Baden-Württemberg ist hier seit Langem aktiv. Sie hilft Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen unter anderem mit eigenen kompetenten Pflegeberatern, Ratgebern, Foren, Service-Chats, einer Pflegedienst- und einer Pflegeheimsuche.

Die Zukunft der hausärztlichen Versorgung ist eines der wichtigsten gesundheitspolitischen Themen. Einigkeit bestehe darüber, dass das Berufsbild des Hausarztes aufgewertet werden muss, um für ausreichend Nachwuchs zu sorgen. Direktverträge zwischen Kassen und Ärzten tragen dazu bei. In Baden-Württemberg beteiligen sich fast 4.000 Haus- sowie Kinder- und Jugendärzte am AOK-HausarztProgramm. 1,4 Millionen eingeschriebene Versicherte profitieren davon, dass Hausärzte die Rolle des Lotsen im Gesundheitswesen übernehmen. Auch schließt die AOK mit Fachärzten Direktverträge ab. Ein Ziel: Unnötige Arztbesuche und Klinikeinweisungen vermeiden. Die bessere Vernetzung der Mediziner untereinander sowie eine wirtschaftlichere Arzneimittelversorgung sind weitere zentrale Ansatzpunkte dieser Verträge. Das auf Bundesebene in Kraft getretene Versorgungsstärkungsgesetz hat Direktverträge zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern auf eine neue gesetzliche Grundlage gestellt. Wichtig ist, dass bestehende Verträge fortgeführt werden können.

Ein wichtiges Thema ist die Versorgung von Flüchtlingen. Während diese in anderen Bundesländern eine elektronische Gesundheitskarte erhalten, hat die baden-württembergische Landesregierung noch keine entsprechende Vereinbarung auf den Weg gebracht. Dabei würde eine solche Lösung für Flüchtlinge, Ärzte und Kommunen eine Erleichterung bedeuten und den Bürokratieaufwand verringern. Als größte Krankenkasse im Land sieht es die AOK als eine humanitäre Pflicht, die Versorgung von Flüchtlingen möglichst bald zu verbessern.

Agenda Gesundheit Konkret

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