Logopädie und Ergotherapie

Fünf- bis neunjährige Jungen liegen in Baden-Württemberg immer noch vorn

Datum: 25.11.2014 / Kategorie: Kindergesundheit

Stuttgart

Im Übergang vom Kindergarten zur Grundschule benötigen Jungen deutlich mehr Unterstützung durch Logopäden und Ergotherapeuten als Mädchen. So erhielten im Jahr 2013 bei der AOK Baden-Württemberg 12.500 Jungen (2012: 12.700) und 8.000 Mädchen (2012: 8.100) in der Altersgruppe von fünf bis neun Jahren mindestens eine logopädische Behandlung. Nach deutlichen Steigerungen in den vergangenen Jahren stagnieren die Zahlen im Einschulungsalter auf stabilem Niveau. Das geht jetzt aus dem Heilmittelbericht 2014 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor, der heute in Berlin veröffentlicht wurde.

Im fünften Lebensjahr steigen – vor allem bei Jungen – die logopädischen Behandlungen sprunghaft an; bei sechsjährigen Kindern ist die Anzahl am höchsten. So waren 2013 ca. 24 Prozent aller Jungen im Alter von sechs Jahren in Behandlung. Bei den sechsjährigen Mädchen erhielten ca. 16 Prozent eine Behandlung. Wie bei der Logopädie werden auch die meisten Ergotherapien im Einschulungsalter verordnet. Hier erhielten in der Altersgruppe der sechsjährigen Jungen ca. 13 Prozent eine therapeutische Leistung; bei den gleichaltrigen Mädchen waren es ca. fünf Prozent.

„Um zu klären, ob eine Logopädie notwendig ist, bedarf es der Beachtung der psychosozialen Gegebenheiten und der Unterscheidung gegenüber Störungen, die die Sprachentwicklung ungünstig beeinflussen z.B. wegen mangelnder Deutschkenntnisse, die Beeinträchtigung des Hörvermögens und weitere organische Ursachen“, so Dr. med. Hans-Peter Zipp, Kinder- und Jugendarzt, Schwerpunkt Neuropädiatrie, bei der AOK Baden-Württemberg.

Eltern sind bei Sprachentwicklungsstörungen die wichtigsten Bezugspersonen. So hat die Gesundheitskasse in ihrer AOK-Familienstudie 2014 herausgefunden, dass Eltern besonders schöne Familienmomente beim gemeinsamen Essen und in Gesprächen mit dem Kind erleben. Vier von fünf Befragten sagen, dass sie bei diesen Aktivitäten eine besonders angenehme Zeit erleben. „Solche Momente sind auch sehr wichtig für die gesunde sprachbezogene Entwicklung des Kindes“, so Dr. Zipp. Er empfiehlt bei Verdacht auf eine Sprachentwicklungsstörung regelmäßige Kontrollen und Testverfahren.

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