Mehr Transparenz im Pharmamarkt dringend notwendig

Neues Gesetz zur Arzneimittelaufsicht zeigt in die richtige Richtung

Datum: 17.12.2018 / Kategorie: Arzneimittel

Stuttgart

Positive Aspekte sieht Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, in dem heute bei der Verbändeanhörung im Gesundheitsausschuss diskutierten Referentenentwurf des Gesetzes für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV). „Das Gesetz stärkt in einem ersten Schritt die Arzneimittelaufsicht und die Arzneimittelrabattverträge als wirksames Steuerungsinstrument“, unterstreicht Hermann. Rabattverträge sorgten für die Planungssicherheit beim Hersteller und maßgeblich für die Versorgungssicherheit der Patientinnen und Patienten, indem ausreichend Packungen für den deutschen Markt zur Verfügung stehen.

 

Dass der Gesetzesentwurf die Rolle des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) grundsätzlich stärkt, zeigt für Hermann deutlich in die richtige Richtung. Die AOK Baden-Württemberg habe sich nicht erst seit den Arzneimittelskandalen des Sommers 2018 für deutlich mehr Transparenz im Arzneimittelmarkt eingesetzt und dabei auch die Kernforderung erhoben, dass die Pharmaindustrie dem BfArM in allen versorgungsrelevanten Belangen auskunftspflichtig sein müsse. „Wenn das BfArM künftig auch Namen und Anschrift von Wirkstoffherstellern auf seinem Internetportal angeben muss, bringt das tatsächlich etwas mehr Licht in den Pharmamarkt.“ Doch nicht nur Pharmaunternehmen sollten Lieferprobleme verpflichtend melden – alle Akteure der Handelskette (auch Großhandel und Apotheken) müssten ebenso verpflichtet werden, dem Bundesinstitut als Trustcenter regelmäßig ihre Lagerbestände zu übermitteln, fordert Hermann. Um überhaupt erst abschätzen zu können, wie groß ein etwaiges Problem ist, hält der AOK-Chef zudem eine Nachhaltung der im Markt befindlichen Packungsmengen verschreibungspflichtiger Arzneimittel für überfällig.

 

Ein weiterer erster Schritt in die richtige Richtung sei es auch, dass das Bundesgesundheitsministerium bei der Importförderquote die Einsparungsgrenze von 15 Euro endlich abschaffen möchte.

 

Die noch ausstehende Zustimmung von Bundestag und Bundesrat im parlamentarischen Verfahren vorausgesetzt, könnte das GSAV im Sommer 2019 in Kraft treten.

 

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