Pflegereform muss spürbare Leistungsverbesserungen für Pflegebedürftige und Angehörige bringen

Fünf Pflegegrade statt drei Pflegestufen – Künftig sollen auch Demenzkranke mehr Hilfe erhalten

Datum: 06.05.2014 / Kategorie: Pflege und Rehabilitation

Stuttgart

Die Reform der Pflegeversicherung ist endlich angestoßen. Zu den großen Veränderungen gehört die Umstellung des Systems von drei Pflegestufen auf fünf Pflegegrade und eine noch genauere Definition dessen, was unter Pflegebedürftigkeit zu verstehen ist und nach welchen Kriterien Pflegebedürftige künftig eingestuft werden. „Positiv ist schon jetzt zu werten, dass zukünftig Demenzkranke zielgerichtetere Unterstützung aus der Pflegeversicherung erhalten können“, sagte der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg Dr. Christopher Hermann. Die Zahl der Demenzkranken liegt bundesweit heute bereits über der Millionengrenze und wird angesichts der Altersentwicklung in der Bundesrepublik weiter steigen. „Es ist höchste Zeit, die Strukturen nachhaltig und bedarfsgerecht zu gestalten. Wir wollen aktiv vorangehen und gemeinsam mit den Leistungserbringern zukunftsorientierte Angebote in Baden-Württemberg schaffen“, sagte Hermann anlässlich der Eröffnung der Fachmesse „Pflege und Reha“ in Stuttgart.

„Mit dem Anfang April vorgelegten Gesetzentwurf zur Pflegereform werden wesentliche Punkte aus dem Koalitionsvertrag zur Verbesserung der Pflege in Angriff genommen“, begrüßte der Vorstandsvorsitzende die geplanten Änderungen. Entscheidend für die Situation der Pflegebedürftigen werde vor allem die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs sein. Deshalb“, so Hermann, „darf es auch keine weitere Verzögerung an dem ohnehin erst für 2017 geplanten bundesweiten Start unter neuen Vorgaben geben.“ Die Pflegereform müsse nachhaltige Verbesserungen für Pflegebedürftige und Angehörige bringen.

Positiv an den in einer 1. Stufe Anfang 2015 geplanten Leistungsverbesserungen seien insbesondere die Vorschläge, durch die pflegende Angehörige weiter entlastet werden könnten. „Die Familie ist eine wichtige Stütze der Pflege. Daher ist es richtig, den Angehörigen mehr Wahlmöglichkeiten zu geben und die Unterstützungsleistungen auszudehnen“, sagte Hermann. So sollen zum Beispiel Maßnahmen, die das Wohnumfeld verbessern, höher bezuschusst werden. Auch die Sätze für die Tages- und Nachtpflege sollen steigen, Leistungen der stationären Kurzzeitpflege und der Pflege durch Angehörige zuhause (Verhinderungspflege) können besser verknüpft werden.

In den kommenden Jahren wird es in Baden-Württemberg als Folge des demographischen Wandels immer mehr pflegebedürftige Menschen geben. Laut Statistischem Landesamt hat die Zahl der Pflegebedürftigen zwischen 1999 und 2009 im Land um 17 Prozent, bei der AOK Baden-Württemberg im gleichen Zeitraum sogar um 23 Prozent zugenommen. Mit dem Blick darauf, die Qualität der Versorgung auszubauen und zu optimieren, engagiert sich die AOK verstärkt im Bereich der rehabilitativen Pflege.

Die AOK Baden-Württemberg ist seit über 15 Jahren im Beirat der Fachmesse Pflege & Reha vertreten. In dieser Funktion nutzt sie ihre Gestaltungsmöglichkeiten, dass neue Themen und Entwicklungen im Bereich der Pflege in das Programm der Messe integriert werden.

Hinweis an die Redaktionen:

Weitere Informationen zum Themenfeld Pflege und Reha gibt es bei der AOK Baden-Württemberg in Halle 4 am Stand 4D51 oder im Internet unter www.aok-bw.de unter „Gesundheit“, z. B. im AOK-Pflegeportal.

Zusätzlich bietet die AOK Baden-Württemberg im Forum folgende Vorträge an:

07.05.2014, 09:30 Uhr: Lebe Balance

08.05.2014, 10:30 Uhr: Initiativen in der Pflegeberatung. Ausgestaltung und Weiterentwicklung in der AOK Baden-Württemberg

08.05.2014, 11:00 Uhr: Rehabilitative Pflege

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