85 Prozent der Baden-Württemberger schlafen gut

Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Südwestkasse hat die große Mehrheit der Baden-Württemberger (85 %) laut eigenem Bekunden in der Regel einen erholsamen Schlaf. Nur 13 Prozent sagen, dass ihr Schlaf weniger oder überhaupt nicht erholsam ist. Die Mehrheit der Befragten nutzt der Studie zufolge noch kurz vorm Schlafengehen Laptop oder Handy.

Datum: 23.03.2017 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Stuttgart

Sinkende Konzentrationsfähigkeit, Gereiztheit, Ängstlichkeit und Niedergeschlagenheit, so wirkt sich Schlafmangel aus. Studien haben gezeigt, dass bei Menschen, die über lange Zeit zu wenig schlafen, das Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes erhöht ist. Im Schlaf erneuern sich Gehirnverbindungen und das Immunsystem wird gestärkt. Ausreichender Schlaf erhöht das Leistungsvermögen, die Aufmerksamkeit, Lern- und Gedächtnisprozesse sowie das emotionale Befinden. Eine von der AOK Baden-Württemberg in Auftrag gegebene repräsentative Forsa-Umfrage kommt zu dem Ergebnis, dass die große Mehrheit der Baden-Württemberger (85 %) laut eigenem Bekunden in der Regel einen erholsamen Schlaf hat. Nur 13 Prozent sagen, dass ihr Schlaf weniger oder überhaupt nicht erholsam ist.

 

Die Dauer des Schlafs allein sagt wenig aus über die Qualität. Ausschlaggebend ist vielmehr, ob sich jemand tagsüber frisch und ausgeruht fühlt. Laut aktueller Forsa-Umfrage schlafen 34 Prozent der Baden-Württemberger nachts durchschnittlich fünf bis sechs Stunden. 58 Prozent liegen mit einer durchschnittlichen Schlafdauer von sieben bis acht Stunden im empfohlenen Zeitfenster und vier Prozent schlafen sogar neun Stunden oder länger pro Nacht. Weitere vier Prozent der Baden-Württemberger schlafen weniger als fünf Stunden.

 

Etwa jeder zweite Befragte (52 %) hat schon einmal Schwierigkeiten gehabt, abends einzuschlafen: Bei 4 Prozent ist dies sehr häufig der Fall, bei 10 Prozent häufig und weiteren 38 Prozent fällt es zumindest ab und zu schwer. Frauen haben häufiger als Männer Einschlafschwierigkeiten und Nicht-Erwerbstätige eher als Erwerbstätige. „Meist tragen mehrere Faktoren zu Schlafstörungen bei, unter anderem seelische Belastungen wie beruflicher und familiärer Stress oder Geldsorgen, aber auch der Lebensstil und Erkrankungen, beispielsweise Depressionen oder Schilddrüsenüberfunktion, spielen eine Rolle“, so Privatdozentin Dr. Sabine Knapstein, Ärztin und Psychotherapeutin der AOK Baden-Württemberg. Häufig erschweren Stress und seelische Belastungen das Ein- und Durchschlafen. Meist klingen diese Schlafstörungen ab, sobald die Belastung nachlässt. Hält sie jedoch lange Zeit an oder bleiben die Schlafstörungen darüber hinaus bestehen, sollte man zum Hausarzt.

 

Die deutliche Mehrheit der Befragten in Baden-Württemberg (85 %) hat laut eigenem Bekunden in der Regel einen erholsamen Schlaf – 23 Prozent bezeichnen ihn sogar als sehr erholsam. Offenbar besteht ein Zusammenhang zwischen Schlafdauer und Erholsamkeit des Schlafes: Von denjenigen, die weniger als sieben Stunden pro Nacht schlafen, sagen 77 Prozent, dass ihr Schlaf in der Regel (sehr) erholsam ist. Bei denjenigen, die länger schlafen, liegt der Anteil bei 91 Prozent. „Sind die Ein- und Durchschlafprobleme äußeren Umständen geschuldet, helfen oft kleine Veränderungen des Lebensstils und die Verbesserung der Schlafhygiene“, betont die Medizinerin. Dazu zählen das Einhalten fester Schlafenszeiten auch am Wochenende, Schlafrituale wie beispielsweise eine Tasse Kräutertee vor dem Zubettgehen oder Entspannungsübungen sowie eine schlaffördernde Umgebung mit einer Raumtemperatur zwischen 15 und 18 Grad Celsius und ein möglichst dunkles und ruhiges Zimmer. Weil auch große Mahlzeiten kurz vor dem Zubettgehen, bereits kleine Mengen Alkohol und auch Koffein den Schlaf rauben können, sollten Betroffene diese Aspekte im Blick haben.

 

In Baden-Württemberg nutzen zwei Drittel der Bürger ab 18 Jahre (65 %) abends einen Computer, einen Laptop, ein Tablet oder ein Smartphone – bei den Jüngeren ist der Anteil erwartungsgemäß hö-her als bei den Älteren. 30 Prozent derjenigen, die abends elektroni-sche Medien nutzen, schalten es 2 bis 3 Stunden vor dem Schlafengehen aus oder auf Standby. 44 Prozent nutzen das Gerät bis kurz vor dem ins Bett gehen und 23 Prozent sogar noch im Bett – die Jüngeren eher als die Älteren und Frauen eher als Männer. Fast jeder 18- bis 29- Jährige nutzt am Abend solche Geräte (91 %). „Wer abends PC, Tablet oder Smartphone nutzt, fühlt sich morgens eventuell weniger ausgeruht mit den entsprechenden Folgen für Schule und Beruf“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein.

 

Mehr als die Hälfte der Befragten (61 %) hat schon Schwierigkeiten gehabt, nachts durchzuschlafen: Bei 22 Prozent ist dies sehr häufig oder häufig der Fall. Weiteren 39 Prozent fällt es zumindest ab und zu schwer. 38 Prozent haben dagegen keine nennenswerten Probleme mit dem Durchschlafen. „Wer damit Schwierigkeiten hat, weil sich nachts sein Gedankenkarussell dreht, kann davon profitieren, die belastenden Gedanken aufzuschreiben“, so PD Dr. Sabine Knapstein.

 

Quelle: Die repräsentative Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der AOK Baden-Württemberg durchgeführt . Befragt wurden zwischen dem 13. und 22. Februar 2017 insgesamt 502 nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte Personen ab 18 Jahren in Baden-Württemberg.

Weitere Informationen: Mit LebeBalance bietet die AOK Baden-Württemberg ein Präventionsprogramm, das psychischen Störungen vorbeugen soll und sich an gesunde Menschen richtet. Informationen zum Programm „Lebe Balance“ und hier insbesondere zum Aspekt „Achtsamkeit“ unter www.lebe-balance.de. Betroffene, deren Schlafstörungen in Zusammenhang mit einer psychischen Erkrankung stehen, profitieren von der medizinisch-qualitativ hochwertigen Versorgung im Rahmen des AOK-FacharztProgramms.

Informationen für Arbeitgeber zur Smartphonenutzung: www.aok-business.de/baden-wuerttemberg/gesundheit/bewegung/smartphones-tablets-co

 

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