Schadhafte künstliche Hüftgelenke

AOK Baden-Württemberg bietet Hotline für Betroffene

Datum: 04.07.2011 / Kategorie: AOK-Angebote und Leistungen

Stuttgart

Die AOK Baden-Württemberg hilft Patienten, denen ab dem Jahr 2003 ein schadhaftes künstliches Hüftgelenk der Firma DePuy implantiert wurde. Betroffene Versicherte können sich an das AOK-Care-Telefon unter der Nummer 0180 / 10 50 500 (3,9 Cent/Minute aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk maximal 42 Cent/Minute) wenden. Dort erhalten Sie weitere Informationen und werden bei Bedarf an spezielle Behandlungsfehlerteams weitergeleitet. DePuy hat ihr ASR-Hüftoberflächenersatzsystem sowie ihr ASR-XL-Hüftpfannensystem zurückgerufen. Beide Systeme wurden im Jahr 2003 in Deutschland in den Verkehr gebracht und nach Angaben von DePuy bundesweit an rund 160 Krankenhäuser verkauft und bei rund 5.500 Patienten implantiert. Die Firma DePuy gehört zum amerikanischen Konzern Johnson & Johnson.

Nach Angaben der AOK Baden-Württemberg wurden nun Kliniken angeschrieben, um zu erfahren, welchen Patienten ein künstliches Hüftgelenk oder ein Hüftoberflächen-Ersatzsystem der Firma DePuy ab dem Jahre 2003 implantiert wurde. Sobald diese Daten vorliegen, wird die AOK ihre Versicherten informieren und auf Wunsch beraten, wie sie sich verhalten sollen.

Auch wenn die Implantate der Firma DePuy nach derzeitigem Stand der Erkenntnisse nicht bei allen Patienten zu Revisionsoperationen oder gesundheitlichen Beschwerden geführt haben, sollten sich laut AOK auch schmerzfreie Patienten untersuchen lassen. Hierzu gehört auch die Feststellung der Metall-Ionen-Konzentration im Blut. Diese Blutuntersuchung kann im Krankenhaus oder beim Hausarzt vorgenommen werden, wenn feststeht, dass der Patient wirklich eines der zurückgerufenen Implantate in seinem Körper hat.

In Medizinschadensfällen berät und unterstützt die AOK ihre Versicherten bei der Verfolgung ihrer Ansprüche auf Schadensersatz und Schmerzensgeld. Bei der AOK Baden-Württemberg wird die Unterstützung der Betroffenen durch spezialisierte Behandlungsfehlerteams geleistet. Betroffene können sich an das AOK-Care-Telefon unter der Nummer 0180-1050500 (3,9 Cent/Minute aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk maximal 42 Cent/Minute) wenden, wo sie weitere Informationen erhalten und bei Bedarf an die Behandlungsfehlerteams weitergeleitet werden.

Der Hersteller der schadhaften ASR-Gelenkprothesen hat bisher noch nicht detailliert zu den Schadensursachen Stellung genommen. Der am häufigsten aufgetretene Produktschaden scheint nach den vorliegenden Informationen ein erhöhter metallischer Abrieb bei der ASR- Gelenkprothese zu sein. In Folge dieses verstärkten Metallabriebs treten Metall-Ionen in das Blut über. Die Konzentration der Metall-Ionen im Blut kann durch einfache Blutuntersuchungen festgestellt werden. Im Gelenk schlägt sich der Metallabrieb in Form von mikroskopisch kleinen Metallpartikel nieder, die im Gelenk eine entzündliche Reaktion auslösen können.

Hintergrundinformation für die Redaktionen:

Ein Implantatregister ist in Deutschland derzeit erst im Aufbau, weil der Gesetzgeber dies nicht gesetzlich vorgeschrieben hat. Deshalb wissen die Krankenkassen aktuell noch nicht, bei welchem ihrer Versicherten ein möglicherweise schadhaftes Implantat der Fa. DePuy implantiert wurde. Über diese Informationen verfügen nur die Krankenhäuser, die die entsprechenden Operationen durchgeführt haben. Das macht es derzeit noch schwierig, Patienten zeitnah über solche Rückrufe zu informieren. Erst wenn das von der AOK mitgegründete Implantatregister aufgebaut ist, wird es künftig möglich sein, betroffene Patienten ebenso schnell zu informieren wie dies heute bei Rückrufen von Autoherstellern möglich ist. Der AOK-Bundesverband hat deshalb gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), mit BVMed und VdEK das Endoprothesenregister Deutschland –EPRD- gegründet.

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