Schluss mit langen Wartezeiten:

AOK Baden-Württemberg, Bosch BKK und MEDI Baden-Württemberg regeln orthopädische Behandlung völlig neu – enge Zusammenarbeit zwischen Haus- und Fachärzten

Datum: 04.04.2014 / Kategorie: AOK-Facharztprogramm

Stuttgart

Zu den drei unangenehmsten Arztbesuchen zählen Zahnarzt, Urologe und – Orthopäde. Der Letzte nicht, weil er für seine unangenehmen Behandlungsmethoden bekannt wäre, sondern vor allem deshalb, weil es total nervig ist, einen Termin zu bekommen. Manchmal wartet man wochenlang. Damit ist jetzt Schluss! Möglich wird das durch das neue orthopädische FacharztProgramm von AOK Baden-Württemberg, Bosch BKK, MEDI Baden-Württemberg und den Berufsverbänden BVOU und BNC. Um die Volkskrankheit Nummer eins, Rückenschmerzen, und andere orthopädische Probleme patientenfreundlich behandeln zu können, gibt es das neue FacharztProgramm. Es garantiert eine schnelle Terminvergabe und ausreichend Zeit für Beratung. Statt voreiliger Apparatemedizin ermöglicht das Programm eine ursachenorientierte Behandlung von orthopädischen Krankheiten und – im Zusammenspiel von Haus- und Facharzt – eine ganzheitliche medizinische Betreuung.

Rückenschmerzen sind das Volksleiden Nummer eins in Deutschland: Im vergangenen Jahr waren Erkrankungen am Bewegungsapparat bei den Versicherten der AOK Baden-Württemberg mit 21,5 Prozent häufigster Grund für eine Fehlzeit im Job. Doch egal ob Bandscheibe, Nacken oder Knie: Betroffene brauchen ebenso schnelle wie wirkungsvolle Hilfe. Hier setzt das neue orthopädische FacharztProgramm in Baden-Württemberg, das es in dieser Form erstmals in Deutschland gibt, an: Das Vergütungssystem für die Ärzte ist in diesem Programm so gestaltet, dass sich der teilnehmende Facharzt ausreichend Zeit für das intensive Gespräch und die sorgfältige körperliche Untersuchung nehmen kann. „Wir sorgen dafür, dass der Orthopäde wieder Zeit für die Patienten hat. Dass er nicht die Fünf-Minuten-Spritzenmedizin verabreichen muss, sondern sich ausgiebig mit dem Problem der Patienten auseinandersetzen kann“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg.

Mit dem Orthopädievertrag rannten die Vertragspartner bei den Ärzten offene Türen ein: Innerhalb kürzester Zeit war das notwendige Quorum von 200 teilnehmenden Fachärzten erreicht; zum 1. Januar 2014 konnte das Programm flächendeckend im ganzen Land starten. Mittlerweile behandeln bereits 322 Orthopäden und 105 orthopädisch tätige Chirurgen die Patienten im Facharztprogramm. Außer MEDI Baden-Württemberg zählen der Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) und der Berufsverband der niedergelassenen Chirurgen (BNC) zu den ärztlichen Vertragspartnern.

Schluss mit langen Wartezeiten: Facharzttermin innerhalb von zwei Wochen

Anstatt wie in der Regelversorgung oft bis zu drei Monate auf ein Erstgespräch warten zu müssen, bekommen Patienten nach der Überweisung durch den Hausarzt innerhalb von maximal 14 Tagen einen Termin beim Orthopäden oder Chirurgen, im Notfall sogar am selben Tag. Denn die teilnehmenden Fachärzte haben sich vertraglich zur zügigen Terminvergabe und auch zu Abendsprechstunden für berufstätige Patienten verpflichtet.

Chronische Beschwerden vermeiden: Ursachen frühzeitig erkennen

Um zu erreichen, dass Schmerzen nicht nur kurzfristig gelindert, sondern dauerhafte Therapieerfolge erzielt werden, gilt es, den ganzen Menschen ins Blickfeld zu rücken. Dabei werden die Patienten mit Beratungs- und Hilfsangeboten sowie Informationen zum richtigen Umgang mit Beschwerden unterstützt. „Den größten Anteil der Muskel-Skelett-Erkrankungen machen zwar akute Beschwerden aus“, erläutert Dr. Gertrud Prinzing, Vorständin der Bosch BKK. „Werden die Erkrankungen aber chronisch, nimmt die Arbeitsunfähigkeit zu: Immerhin verursachen solche Fälle fast 60 Prozent der Fehltage im Gesamtkomplex Muskel-Skelett-Erkrankungen. Das wollen wir mit unserem FacharztProgramm verbessern: Es legt Wert auf eine nachhaltige Behandlung, die an den Ursachen ansetzt.“

Ganzheitliche Betreuung durch Fach- und Hausarzt

Die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Orthopäden und Hausärzten ist ein Wesensmerkmal des FacharztProgramms Orthopädie im Südwesten. Der Hausarzt als zentrale Anlaufstelle für die Patienten ist in der Lage, die Schwere der Krankheit zu erkennen und den richtigen Behandlungsweg einzuleiten. Bei Bedarf überweist er die Patienten an einen Orthopäden. Beide stimmen ihr Vorgehen während der gesamten Behandlungsdauer ab. „Die kontinuierliche und enge Zusammenarbeit zwischen Hausarzt und Orthopäde beziehungsweise Chirurg ermöglicht eine abgestimmte Betreuung der Patienten und vermeidet belastende Doppeluntersuchungen“, sagt Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg. Da das FacharztProgramm den Schwerpunkt auf die nachhaltige Heilung legt, könnten überflüssige Operationen vermieden, Beschwerden ohne oder mit deutlich weniger Medikamenten therapiert und Behandlungen weitaus öfter ambulant durchgeführt werden.

„Ein entscheidender Vorteil sind die so genannten Fall-Konferenzen: Im Rahmen von Gesprächen werden zwischen Hausärzten, dem beteiligten Psychologen und dem Orthopäden Strategien entwickelt und dann gezielt die entsprechenden weiteren Schritte eingeleitet“, erläutert Reinhard Deinfelder, Orthopäde in Donzdorf (Kreis Göppingen) und MEDI-Sprecher, die praktische Umsetzung. Schließlich könne er diese Patienten auch beraten, wie sie beispielsweise durch Eigeninitiative und Veränderung ihres Lebensstils selbst etwas zu ihrer Genesung beitragen können – was häufig entscheidend für den Behandlungserfolg sei.

Zu den FacharztProgrammen

Als bundesweit erste Krankenkasse hat die AOK Baden-Württemberg zusammen mit dem Ärzteverbund MEDI Baden-Württemberg und Hausärzteverband vor fast sechs Jahren den Vertrag zur Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) ins Leben gerufen. Daraufhin folgte das Facharztprogramm, bestehend aus den Facharztverträgen Kardiologie (2010), Gastroenterologie (2011), Psychotherapie (2012)/Psychiatrie und Neurologie (2013) sowie seit Jahresbeginn Orthopädie. Ziel ist es, Qualität und Wirtschaftlichkeit der gesundheitlichen Versorgung zu verbessern. Das FacharztProgramm fördert die Zusammenarbeit von Hausärzten und Fachärzten und es stärkt die Rolle des Hausarztes als ersten Ansprechpartner für Patienten.

Inzwischen nehmen rund 3.800 Hausärzte und 1.200 Fachärzte an ihm teil. 1,2 Millionen Versicherte bei der AOK Baden-Württemberg und der Bosch BKK, die im jeweiligen Hausarztprogramm der beiden Kassen eingeschrieben sind, können sich zusätzlich in den Facharztvertrag einschreiben. Rund 280 000 Versicherte haben von dieser Gelegenheit bereits Gebrauch gemacht.

Nähere Informationen erhalten Interessierte bei den Vertragspartnern und bei teilnehmenden Ärzten sowie auf den Seiten www.aok-bw.de/programme, www.bosch-bkk.de und www.medi-verbund.de. Der teilnehmende Facharzt in der Nähe lässt sich unter www.aok-bw.de/facharztsuche finden.

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