Schwangere wünschen sich natürliche Geburt

AOK Baden-Württemberg: Zahl der Kaiserschnitte sinkt seit 2010 stetig

Datum: 23.06.2015 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Stuttgart

Eine Drillingsgeburt, eine Fehlstellung der Plazenta oder abfallende Herztöne des Kindes während der Geburt – die Gründe für einen Kaiserschnitt sind vielfältig. Einer aktuellen Auswertung der AOK Baden-Württemberg zufolge hat im vergangenen Jahr fast jede dritte Schwangere (32,2 Prozent) per Kaiserschnitt entbunden. Insgesamt kamen landesweit 33.488 Kinder zur Welt – 10.796 davon durch Kaiserschnitt. Das waren 0,6 Prozent weniger als im Jahr 2010. Damit ist die landesweite Kaiserschnittrate jedes Jahr kontinuierlich gesunken.

Professor Dr. med. Karck, Ärztlicher Direktor der Frauenklinik am Klinikum Stuttgart: „Die Geburtshilfe ist individueller geworden. Frauen haben heute genaue Vorstellungen von ihrer Geburt: So wünscht sich die Mehrheit der Schwangeren eine natürliche Geburt – nur circa 5 bis 10 Prozent möchten einen Wunsch-Kaiserschnitt. Aufgrund des medizinischen Fortschritts sind wir heute in der Lage, noch stärker auf diese Bedürfnisse einzugehen. Insofern haben wir bei der Kaiserschnittrate ein gewisses Plateau erreicht. Wenn wir einen Kaiserschnitt durchführen, stehen immer Sicherheit von Mutter und Kind im Vordergrund.“

Denn ein Kaiserschnitt kann Leben retten: „Einer aktuellen, holländischen Studie zufolge stirbt eins von 300 Kindern bei einer Beckenendlagengeburt. Wer würde schon sein Kind in ein Flugzeug setzen, das mit einer Wahrscheinlichkeit von eins zu 300 abstürzt? Dieses Risiko möchte ich nicht in Kauf nehmen“, so Karck weiter.

Bei der Kaiserschnittrate zeigen sich innerhalb Baden-Württembergs regionale Unterschiede. In Böblingen brachten 32 Prozent der Schwangeren ihr Kind 2014 per Kaiserschnitt zur Welt – ein Rückgang um 2,8 Prozent im Vergleich zu 2010. Gefolgt von Esslingen mit 2,2 Prozent und der landesweit niedrigsten Kaiserschnittrate (26 Prozent). Auch in Stuttgart (35 Prozent) und Ludwigsburg (32,8 Prozent) ging die Rate um 1,6 beziehungsweise 1,3 Prozent zurück. Entgegen dem landesweiten Trend stieg sie in Reutlingen um 3,8 auf 30,2 Prozent.

„In manchen Städten Baden-Württembergs wird häufiger ein Kaiserschnitt durchgeführt als in anderen. Da es in Deutschland keine eindeutige Kaiserschnitt-Leitlinie gibt, haben die Geburtshelfer einen gewissen Ermessensspielraum, der unterschiedlich ausgelegt werden kann. Die Entscheidung ist daher auch von der individuellen Risikobewertung abhängig und die ist regional offenbar recht unterschiedlich“, sagt Dr. Leslie Trautrims-Michelitsch, Fachärztin und Leiterin des Fachbereichs Behandlungsmanagement der AOK Baden-Württemberg.

Natürliche Geburt oder Kaiserschnitt? Diese schwierige Entscheidung kann vor der Geburt – beispielsweise bei einer Mehrlingsschwangerschaft – auch auf die künftige Mutter zukommen. Hier kann die Zweitmeinung eines Spezialisten helfen, die Situation besser zu verstehen und auf nachfolgende gesundheitliche Entscheidungen gut vorbereitet zu sein.

Die AOK Baden-Württemberg bietet ihren Versicherten daher die exklusive Möglichkeit, Rat von qualifizierten Top-Ärzten im Bereich Gynäkologie und Geburtshilfe einzuholen.

Ein Ärzteteam bei der AOK prüft jeden Fall individuell und sorgt dafür, dass die Schwangeren im Bedarfsfall innerhalb von acht Tagen einen entsprechenden Termin vermittelt bekommen (www.aok.de/baden-wuerttemberg).

 

Anmerkung für die Redaktionen:

Aus statistischen Gründen wurden nur Städte genannt, in denen jährlich über 1.000 Geburten stattfanden.

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