Stationäre Versorgung vor großen Herausforderungen

Mit Zukunftsorientierung und Struktur zu mehr Qualität

Datum: 18.11.2014 / Kategorie: Unternehmen AOK Baden-Württemberg

Stuttgart

„Das Krankenhaus ist selbst Patient“, diese Feststellung wird heute breit öffentlich diskutiert und ist in der Politik als Diagnose weithin unumstritten. Stichworte wie „rote Zahlen, Schließungen, Investitionsstau, Ausgabensteigerungen“ und andere machen eine wirkungsvollere Therapie als bisher offensichtlich. „Was wir brauchen ist Zukunftsorientierung und Struktur. Das ist dringend notwendig und kann endlich nachhaltig wirken“, so der Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann, im Rahmen der Veranstaltung „AOK Baden-Württemberg im Dialog“ zum Thema Krankenhaus am Montagabend (17.11.2014) in Stuttgart.

Ein wichtiger Ausgangspunkt für die strukturelle Weiterentwicklung ist für Hermann die Finanzausstattung des Krankenhaussystems im Land: „Mit mehr als 3,6 Milliarden Euro wendet die AOK Baden-Württemberg jährlich rund ein Drittel ihrer gesamten Leistungsausgaben dafür auf. Diese Milliardensummen dürfen nirgend anders als in effiziente Strukturen fließen und wo diese nicht gegeben sind, müssen Politik, Krankenkassen und Krankenhäuser aktiv den Umbau der Krankenhauslandschaft jetzt gemeinsam voranbringen.“

Nur einfach mehr Geld hinein zu pumpen, würde, wie wiederholt belegt, nur ganz kurzfristig ein paar Symptome lindern - sei aber als Strategie völlig ungeeignet. Hermann: „Mit mehr verbindlichen Kriterien und Strukturierung zu mehr Qualität heißt das Motto. Damit kann gleichzeitig mehr Verlässlichkeit ins System kommen, die für Patientinnen und Patienten unverzichtbar ist.“

Zudem sollten Qualitätskriterien für Patienten deutlich transparenter werden. „Heute schon können sich Versicherte im Internet für ausgewählte Krankheitsbilder über die Qualität von Kliniken und deren Operationsverfahren informieren“, so der AOK-Chef weiter. „In Zukunft müssen diese Möglichkeiten konsequent im Sinne der Patienteninformation ausgebaut werden.“

Für ein abgestuftes Versorgungsangebot und eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit spricht sich Prof. Dr. Thomas Kolb, Leiter Gesundheitsökonomie der Hochschule RheinMain in Wiesbaden, aus. Ambulante und stationäre Versorgungsstrukturen sollten aufeinander abgestimmt und bei der Planung berücksichtigt werden: „Wir brauchen ein abgestuftes Leistungsangebot, das im Zweifelsfall bestimmte Leistungen an ausgewiesenen Zentren anbietet und keine ‚Grundversorgungs-Kardiologen‘.“

Weitere Informationen:

„AOK Baden-Württemberg im Dialog“ fand am Montag, 17.11.2014 in der Stuttgarter Staatsgalerie zum Thema „Strukturplanung statt Planwirtschaft. Mit Koordination zur Krankenhausversorgung der Zukunft“ statt.

Vortrag: Das Krankenhaus der Zukunft – ein Wirtschaftsunternehmen wie jedes andere? Prof. Dr. Thomas Kolb, Leiter Gesundheitsökonomie der Hochschule RheinMain Wiesbaden

Talkgäste: Dr. Monika Vierheilig, Ministerialdirigentin im Sozialministerium Baden-Württemberg

Thomas Reumann, Vorstandsvorsitzender der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft

Dr. Andrea Grebe, Vorsitzende der Geschäftsführung der Vivantes – Netzwerk für Gesundheit GmbH

Jörg Blech, Mitglied der SPIEGEL-Redaktion und Buchautor

Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg

AOK-Krankenhausnavigator:

Unter www.aok.de/krankenhausnavigatorkönnen sich Versicherte für ausgewählte Krankheitsbilder bereits im Vorfeld einer anstehenden OP über die Qualität von Kliniken und deren Operationsverfahren informieren.

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