Studie: Kinder in Baden-Württemberg zu viel vor Handy, Fernseher und PC

AOK Baden-Württemberg warnt vor Augenschäden und Entwicklungsproblemen

Datum: 23.12.2020 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Stuttgart

Gut jedes zweite Kind in Baden-Württemberg (51 Prozent) schaut an einem durchschnittlichen Tag mindestens eine Stunde auf einen Fernsehbildschirm, Monitor oder auf ein Smartphone-Display. Am Wochenende ist es sogar noch mehr. Jeder Dritte (34 Prozent) gibt an, dass sein Kind mehrmals pro Woche fragt, ob es länger fernsehen oder Computer, Laptop, Tablet beziehungsweise Smartphone nutzen darf. An erster Stelle der von Kindern hierzulande genutzten Geräte steht der Fernseher (78 Prozent). Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts forsa unter 507 Eltern von Kindern zwischen 1 und 18 Jahren, die im Auftrag der AOK Baden-Württemberg im November 2020 durchgeführt wurde.

 

„Heranwachsende verbringen inzwischen ebenso viel Zeit vor dem Bildschirm wie in der Schule“, sagt Dr. Hans-Peter Zipp, Kinder- und Jugendarzt bei der AOK Baden-Württemberg und bezieht sich dabei auf die 40 Prozent der 15 bis 18-Jährigen, die laut Forsa-Studie täglich 3 Stunden oder länger vor dem Bildschirm sitzen. Viele und vor allem ältere Kinder verbringen hierzulande sehr viel Zeit vor einem Bildschirm. Die deutliche Mehrheit der in Baden-Württemberg befragten Eltern (67 Prozent) gibt an, dass ihr Kind an einem durchschnittlichen Samstag bzw. Sonntag mindestens eine Stunde auf einen Bildschirm schaut – darunter 27 Prozent, die schätzen, dass es sogar mindestens drei Stunden sind, was vor allem Jungen betrifft.

 

Knapp die Hälfte der befragten Eltern (44 Prozent) bemerken laut Forsa-Befragung bei ihrem Kind mindestens eine der folgenden Beschwerden oder Verhaltensweisen: Konzentrationsprobleme (14 Prozent), ungesunde Ernährung oder unregelmäßiges Essen (13 Prozent), Schlafprobleme (11 Prozent) und Kurzsichtigkeit (10 Prozent). Für den AOK-Experten Dr. Zipp ist diese Rückmeldung Anlass zur Besorgnis, „da häufige Mediennutzung vor allem im Kindesalter die allgemeine Entwicklung gefährden kann.“ 

 

Um die Kinder und Jugendlichen vom Bildschirm fernzuhalten und beispielsweise einer Kurzsichtigkeit vorzubeugen, hat Dr. Hans-Peter Zipp einen einfachen Tipp: „Täglich etwa zwei Stunden raus an die frische Luft. Das senkt das Risiko, dass eine Kurzsichtigkeit entsteht oder sich stark ausprägt.“ Wie wichtig dieser Ratschlag für den Nachwuchs in Baden-Württemberg ist, verdeutlicht ein Blick auf die Umfrageergebnisse der Forsa-Studie: Gut jeder fünfte Befragte (22 Prozent) sagt, dass sein Kind in der Freizeit keinen Sport treibt – dies trifft erwartungsgemäß vor allem auf Kinder von ein bis drei Jahren zu, aber auch rund ein Viertel der 15-bis 18-Jährigen treibt laut ihrer Eltern privat keinen Sport.

 

AOK Baden-Württemberg – Pressestelle

Kontaktdaten der AOK Baden-Württemberg – Pressestelle

E-Mail: presse@bw.aok.de
Telefon: 0711 2593-229
Telefax: 0711 2593-100

Presselstraße 19
70191 Stuttgart