Studien belegen:

Chronisch Kranke werden in strukturierten Behandlungsprogrammen der AOK besser versorgt.

Datum: 18.03.2011 / Kategorie: Versorgung in Baden-Württemberg

Stuttgart

Chronisch Kranke, die an einem strukturierten Behandlungsprogramm teilnehmen - einem sogenannten Disease-Management-Programm (DMP) - werden besser versorgt. Die Lebenserwartung der Teilnehmer steigt, und medizinische Werte wie Blutdruck und Blutzucker verbessern sich. Das belegt der Versorgungs-Report 2011 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Bei der AOK Baden-Württemberg profitieren mehr als 310.000 Versicherte von einem solchen Behandlungsprogramm.

„Die Behandlungsprogramme sind zu einem festen Bestandteil der medizinischen Versorgung geworden“, sagt. Dr. Rolf Hoberg, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg. Seit der Einführung im Jahr 2003 steigen die Teilnehmerzahlen nach AOK-Angaben stetig – mehr als zweieinhalb Millionen AOK-Versicherte waren es Ende 2009 bundesweit.

Die AOK Baden-Württemberg bietet alle sechs gesetzlich möglichen DMPs an: Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2, Brustkrebs, koronare Herzkrankheit (KHK), Asthma und chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Hoberg: „Diese Erkrankungen können zwar in der Regel nicht geheilt werden, durch eine strukturierte Behandlung lassen sich aber eine Verschlimmerung des Gesundheitszustandes und Folgeschäden begrenzen oder verhindern. Damit leisten die DMPs einen wichtigen Beitrag zur Sekundärprävention.“

Die meisten Teilnehmer zählt laut Hoberg das Behandlungsprogramm für Diabetes mellitus Typ 2, im Volksmund auch Alterszucker genannt: Mehr als 225.000 AOK-Versicherte in Baden-Württemberg sind in das Programm eingeschrieben und werden von über 7.000 Ärzten versorgt. Mit Erfolg: Mehrere Studien zeigen laut Versorgungs-Report 2011, dass die medizinischen Werte wie Blutzucker und Blutdruck besser sind als bei Typ-2-Diabetikern, die nicht an einem Behandlungsprogramm teilnehmen. Auch häufige Folge- und Begleiterkrankungen des Typ-2-Diabetes, wie zum Beispiel Erblindung, Nierenversagen oder notwenige Amputationen, gehen zurück.

Noch weitgehender sind die Ergebnisse der sogenannten ELSID-Studie des Universitätsklinikums Heidelberg und des AOK-Bundesverbandes. In dieser repräsentativen Untersuchung wurden erstmals die Daten von DMP-Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 mit denen von gleich alten und gleich kranken Diabetikern verglichen, die nicht an einem DMP teilgenommen haben. Dabei zeigte sich: Über einen Untersuchungszeitraum von drei Jahren gab es unter den DMP-Teilnehmern sogar weniger Todesfälle als in der Vergleichsgruppe.

Auch die Behandlungsqualität der DMP-Teilnehmer mit Diabetes mellitus Typ 2 hat sich nach AOK-Angaben verbessert. „Bei einer Patientenbefragung der AOK Baden-Württemberg waren 56 Prozent der Teilnehmer der Meinung, dass sich die Betreuung und Behandlung durch den Arzt verbessert haben. Als Gründe nannten sie eine bessere Information und Aufklärung über ihre Krankheit, häufigere Kontrollen der Füße und der Augen und einen insgesamt besseren Gesundheitszustand. Die wissenschaftliche Evaluation der Behandlungsprogramme zeigt eindeutig, dass DMPs die Versorgung chronisch kranker Menschen verbessern.“

Hinweis an die Redaktionen:

Weitere Informationen zum Thema „DMP“ sind als Zusatzinformation beigefügt.

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