Ungewöhnliche Häufung gefährlicher EHEC-Erkrankungen

AOK gibt Empfehlungen für die Zubereitung von Speisen und rät zu konsequenter Hygiene

Datum: 24.05.2011 / Kategorie: Gesundheitstipps

Stuttgart

Das Darm-Bakterium EHEC (Enterohämorrhagische Escherichia coli) löst zur Zeit große Besorgnis aus, nachdem es seit der zweiten Maiwoche zu einer ungewöhnlichen Häufung von EHEC-Erkrankungen gekommen ist. Sehr ungewöhnlich ist vor allem die Zahl schwerer Verläufe in einem kurzen Zeitraum. Die Infektionsquelle konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Man kann sich aber durch konsequente Hygiene und die richtige Zubereitung von Speisen vor dem Krankheitserreger schützen. Darauf weist die AOK Baden-Württemberg hin.

„Im Gegensatz zu anderen Darmbakterien können EHEC Giftstoffe produzieren, die eine akute Darmentzündung hervorrufen können“, erläutert Dagmar Bredow, Expertin am medizinischen Infotelefon der AOK. Bei 10 - 20% der Erkrankten entwickeln sich schwere Verläufe.

Untypisch an der jetzigen Situation sei, dass vor allem Erwachsene und überwiegend Frauen erkranken, während gefährliche Verläufe sonst fast ausschließlich bei Kindern vorkommen. Bredow rät: „Bei Symptomen wie wässerigem oder blutigem Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und zunehmenden Bauchschmerzen sollte man unbedingt einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen.“

EHEC findet sich im Darm von Wiederkäuern, insbesondere Rindern. Übertragen wird der Erreger durch die Aufnahme von Fäkalspuren durch den Mund, zum Beispiel beim direkten Kontakt mit diesen Tieren und durch den Verzehr von mit EHEC kontaminierten Lebensmitteln, wie zum Beispiel Rohmilch, Rindfleisch, fäkaliengedüngtem Obst und Gemüse.

Die Behandlung gegen eine EHEC-Erkrankung kann nur symptomatisch erfolgen. Eine Behandlung mit Antibiotika kann das Krankheitsbild verschlimmern. Deshalb der Rat von AOK-Ernährungsexpertin Maria Baur: „Gegen EHEC hilft nur konsequente Hygiene, besonders in der Küche und beim Zubereiten von Speisen. Obst und Gemüse sollten gründlich gewaschen beziehungsweise geschält und nach Möglichkeit derzeit abgekocht werden. Fleisch sollte nicht roh verzehrt, Rohmilch vor dem Genuss abgekocht werden. Empfehlenswerter ist pasteurisierte Milch. Auch ist bei der Speisenzubereitung auf peinliche Sauberkeit zu achten. Zum Beispiel müssen Arbeitsflächen und Küchenutensilien vor und nach dem Gebrauch gründlich mit Reinigungsmittel gereinigt werden. Wer rohes Fleisch oder Eier in die Hand genommen hat, sollte sich anschließend die Hände mit Seife waschen. Besteck, das mit Fleisch oder rohen Eiern in Berührung gekommen ist, sollte ebenfalls gereinigt werden. Absolut tabu ist es, mit einem Geschirrspültuch den Küchenboden abzuwischen.“

Von Mensch zu Mensch kann EHEC durch die sogenannte Schmierinfektion übertragen werden. In diesem Fall werden kleinste und damit unsichtbare Partikel menschlicher Ausscheidungen, die z.B. an Türklinken oder Wasserhähnen haften, durch Handberührung aufgenommen. Baur: „Gründliches Händewaschen mit Seife insbesondere nach dem Toilettengang, vor und während der Zubereitung von Speisen und nach dem Kontakt mit Tieren sind unverzichtbar. Um ausreichende Hygiene sollte man im übrigen auch anderen zuliebe besorgt sein. Bei vielen Menschen verläuft die Erkrankung unauffällig. Sie scheiden aber bis zu einem Monat Keime aus, die für andere gefährlich werden können.“ Diese Ratschläge sollte man nicht nur beherzigen wenn Krankheitsfälle gehäuft auftreten. Jährlich gibt es in Deutschland zwischen 800 und 1.200 Fälle von EHEC-Erkrankungen.

Ratsuchende wenden sich an die Experten vom AOK-care-Telefon unter der Telefon-Nummer 0180 10 50 500 (3,9 Cent/Minute aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk maximal 42 Cent/Minute).

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