Unnötige Operationen nehmen zu

Qualität statt Quantität ist gefragt

Datum: 07.03.2013 / Kategorie: Krankenhäuser

Stuttgart

Die Zahl der stationären Behandlungen ist seit 2005 um knapp 12 Prozent je Einwohner gestiegen und viele Operationen werden in Deutschland aus rein wirtschaftlichen und weniger aus medizinischen Gründen durchgeführt. Zu diesen Ergebnissen kommt der „Krankenhaus-Report 2013“. Das Wissenschaftliche Institut der AOK wertete hierzu über 45 Millionen Patientendaten aus. Der Report macht deutlich, dass vor allem kostspielige Wirbelsäulen- und Knie-Operationen sowie Eingriffe am Herzen durchgeführt wurden, die nach Meinung von Experten bei hunderttausenden Patienten unnötig waren.

Für den Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann, ist das eine Bestätigung dafür, dass es deutliche Fehlanreize zur Mengenausweitung gibt. So sind die Kassen derzeit gezwungen, jede Leistung unabhängig von der Qualität zu bezahlen. „Die Experten sagen, dass lediglich ein Drittel der Zunahme auf die demografische Entwicklung und den medizinischen Fortschritt zurückzuführen ist“, konstatiert Hermann. Als „besonders problematisch“ bewertet er die in vielen Chefarztverträgen enthaltenen Vereinbarungen für Boni bei einer Erhöhung der Operationszahlen. Hermann sieht in der Entkoppelung der ärztlichen Bezahlung von den Operationszahlen einen Ansatz, der Entwicklung entgegenzusteuern und fordert, nachweislich schlechte ärztliche Behandlung nicht mehr zu bezahlen.

„Unsere Aufgabe ist es, Versicherte vor unnötigen Operationen zu schützen und die bestmögliche Behandlungsqualität sicherzustellen“, so der AOK-Chef. Versicherte hätten die Möglichkeit, sich mit dem von der AOK im Internet bereitgestellten Krankenhausnavigator www.aok-gesundheitsnavi.de über die Qualität von Kliniken zu informieren.

Unter dem Titel „Operation Menge“ beleuchtet die aktuelle Ausgabe des Magazins SVaktuell diese Entwicklung im Krankenhauswesen. SVaktuell wird von der AOK Baden-Württemberg herausgegeben und erscheint fünfmal pro Jahr. Die Zeitung kann kostenfrei per E-Mail an SV-aktuell@kompart.de angefordert werden.

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