Vor dem Rücken knickt die Seele ein

Emotionale Belastungen verursachen lange Fehlzeiten

Datum: 09.10.2015 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Stuttgart

Psychische Erkrankungen bringen in den Unternehmen im Südwesten die längsten Ausfallzeiten hervor. Darauf weist die AOK Baden-Württemberg hin. Im Jahr 2014 ließen sich 24,6 Fehltage pro Krankheitsfall auf Angstzustände, Depressionen, Suchtprobleme und andere seelische Erkrankungen zurückführen. Zum 10. Oktober, dem Internationalen Tag der seelischen Gesundheit, hebt Baden-Württembergs größte Krankenkasse den besonderen Stellenwert der inneren Ausgeglichenheit hervor: Mit ihrem 2013 geschaffenen Präventionsprogramm „Lebe Balance“ unterstützt die AOK seitdem die Resilienz von inzwischen mehr als 15.000 Menschen.

Weshalb melden sich Mitarbeiter in Baden-Württemberg am häufigsten krank? Weil der Rücken schmerzt? Weil sie sich in der Freizeit verletzt haben? Oder weil ihnen als Kettenrauchern regelmäßig die Luft wegbleibt? Letzteres ist keineswegs die wichtigste Ursache für einen entschuldigenden Anruf beim Chef. Nur 6,1 Krankheitstage waren 2014 durch Atemwegserkrankungen begründet. Schäden des Muskel- und Skelettapparats sorgten an 15,9 Tagen für verwaiste Bürostühle. Nach Verletzungen von AOK-Versicherten mussten behandelnde Ärzte an durchschnittlich 16,5 Tagen gelbe Zettel ausfüllen, und 19,7 Tage entfielen auf Probleme des Herz-/Kreislaufsystems. Seelische Leiden hielten aber an 24,6 Fehltagen Betroffene davon ab, an ihren Arbeitsplatz zu kommen.

Menschen, die bislang keine Erfahrungen mit psychischen Leiden machen mussten, tun gut daran, ihre Resilienz dagegen frühzeitig zu festigen, denn diese ist trainierbar.

Im Jahr 2013 setzte die AOK Baden-Württemberg ein Präventionsprogramm auf, das sich an noch gesunde Versicherte richtet. „Lebe Balance“ soll die Widerstandskraft gesunder Menschen gegen psychische Belastungen verbessern, damit sie lernen, mit stressigen Situationen im Alltag umzugehen. Die Ergebnisse einer Evaluation, die die AOK Baden-Württemberg unter 1000 ihrer bislang 15.000 Teilnehmer von Lebe-Balance-Kursen durchgeführt hat, belegen die Erfolge des Programms. Prof. Dr. Martin Bohus, Wissenschaftlicher Direktor am Zen­tralinstitut für Seelische Gesundheit, das „Lebe Balance“ mitentwickelt hat, zieht eine positive Bilanz: „Die psychische Belastung unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer sinkt signifikant. Wir können also aus wissenschaftlicher Sicht die Wirksamkeit des Programms bestätigen.“

„Lebe Balance“ zielt auf einen achtsamen Umgang mit der eigenen Person ab. Dasselbe Ziel verfolgt der Internationale Tag der seelischen Gesundheit, der am 10. Oktober stattfindet. Sein diesjähriges Schwerpunktthema "Dignity in Mental Health" fordert einen würdevollen Umgang mit der Gesundheit. Auch so lässt sich innere Balance umschreiben.

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