Wege zur Sicherung der Gesundheitsversorgung von morgen - Symposium der Robert Bosch Stiftung, der AOK Baden-Württemberg und der Bosch BKK

Der demografische Wandel und knapper werdende Finanzmittel stellen die Gesundheitsversorgung von morgen vor große Herausforderungen.

Datum: 07.11.2013 / Kategorie: Gesundheitspolitik

Stuttgart

Mit der Frage, wie eine hochwertige Gesundheitsversorgung auch in Zukunft gewährleistet werden kann, befassten sich 120 Vertreter unter anderem aus Wissenschaft, Politik und Verwaltung beim Symposium „Wege zur Sicherung der Gesundheitsversorgung von morgen“. Die gemeinsame Fachtagung der Robert Bosch Stiftung, der AOK Baden-Württemberg und der Bosch BKK fand am 06. und 07. November 2013 in der Berliner Repräsentanz der Robert Bosch Stiftung statt. „An den zwei Tagen wollten wir unter anderem klären, welchen Anforderungen Gesundheitsberufe in Zukunft gerecht werden müssen und wie die regionale Ebene künftig stärker in die Planung der Gesundheitsversorgung einbezogen werden kann“, erklärt Dr. Almut Satrapa-Schill, Bereichsleiterin „Zukunftsfragen der Gesundheitsversorgung“ der Robert Bosch Stiftung. „Mit der Fachtagung haben wir an unser Symposium aus dem Jahr 2010 angeknüpft. Wir haben über Projekte informiert, die im Anschluss daran gefördert wurden, und die daraus hervorgehenden Erkenntnisse mit der Fachöffentlichkeit diskutiert. Außerdem wurden konkrete Empfehlungen von Experten an Politik und Verwaltung herangetragen“, so Satrapa-Schill.

Inwiefern die Regionalisierung einen Ansatz für eine verbesserte Gestaltung und Steuerung der Gesundheitsversorgung liefern kann, wurde unter anderem mit Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, im Rahmen einer Podiumsdiskussion besprochen: „Die AOK Baden-Württemberg kritisiert bereits seit Langem, dass zentralistische, aus Berlin gesteuerte Vorgaben im Gesundheitswesen wenig Sinn machen. Stattdessen muss genügend Spielraum für regionale Besonderheiten bleiben.“ Die Gesundheitsversorgung müsse schließlich auch maßgeblich von der Region gewährleistet werden. „Dazu müssen jedoch auch die regionalen Kompetenzen und wettbewerblichen Gestaltungsoptionen für die Verantwortlichen ausgeweitet werden. Nur so können zukunftsfeste Versorgungsstrukturen sichergestellt werden“, so Hermann weiter.

Bernhard Mohr, Vorstand der Bosch BKK, stellte im Anschluss an die Podiumsrunde das Versorgungsmodell Oberallgäu vor. Um die regionale Versorgungssituation im Oberallgäu zu verbessern, habe die Bosch BKK Verträge mit niedergelassenen Ärzten und Kliniken geschlossen, die einen schnellen und qualifizierten Zugang zur haus- und fachärztlichen Betreuung sowie eine ambulante Diagnostik bei Mehrfacherkrankungen oder unklaren Krankheitsbildern ermöglichen: „Im Oberallgäu haben wir schon seit dem Jahr 2007 vernetzte Strukturen von stationären Einrichtungen und der niedergelassenen Ärzteschaft. Wir können deshalb bei der Umsetzung unserer Module der integrierten Versorgung auf die Arbeit des dortigen Klinikverbundes, der Bezirkskrankenhäuser, der Haus- und Fachärzteschaft sowie der Psychotherapeuten bauen. Wir begleiten das Projekt mit einem ständigen Erfahrungsaustausch aller Beteiligten“, so Mohr.

Almut Satrapa-Schill sieht in den während des Symposiums angesprochenen Themenbereichen und den vorgetragenen Handlungsempfehlungen einen wichtigen Beitrag, um eine effiziente und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung auch in Zukunft sicherstellen zu können. Insbesondere bei den Gesundheitsberufen bestehe dringender Handlungsbedarf: „Die Anforderungen an die Gesundheitsberufe haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Deshalb müssen ihre Berufsprofile und Kompetenzen neu gedacht und neu geregelt werden. Ebenso ist es wichtig, die kommunale Verantwortung bei der Planung und Steuerung einer umfassenden Gesundheitsversorgung stärker zu gewichten, Pflege und Teilhabe eingeschlossen. Dafür müssen die rechtlichen und organisatorischen Grundlagen geschaffen werden.“ Die Rolle der Robert Bosch Stiftung sei dabei klar umrissen: „Als Stiftung können wir Handlungsoptionen entwickeln und innovative Ansätze unterstützen, die neue Wege in der Gesundheitsversorgung ausprobieren. Durch den Transfer der Erkenntnisse wollen wir dazu beitragen auf zukünftige Erfordernisse besser reagieren zu können. Wir hoffen, daß die Empfehlungen und vorgelegten rechtsgutachterlichen Stellungnahmen bei Entscheidungsträgern auf Interesse stoßen und dringend notwendige Reformen beschleunigen.“

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