WIdO-Ärzteatlas 2011: Ärzteversorgung in Baden-Württemberg auf hohem Niveau

AOK fordert gerechte Verteilung zwischen Stadt und Land

Datum: 13.05.2011 / Kategorie: Versorgung in Baden-Württemberg

Stuttgart

In Baden-Württemberg ist die Versorgung mit niedergelassenen Ärzten auf hohem Niveau gesichert. So wiesen 2010 in den 43 Planungsbereichen im Land nahezu alle Facharztgruppen einen Versorgungsgrad von mehr als 110 Prozent auf, bei den Hausärzten traf dies auf knapp die Hälfte der Planungsbereiche zu. Das zeigt der Ärzteatlas 2011 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). „Nach den Kriterien der jetzigen Bedarfsplanung besteht in Baden-Württemberg keine Unterversorgung”, erklärte dazu der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Rolf Hoberg.

Dem Ärzteatlas zufolge ist die Zahl der berufstätigen Ärzte weiter gestiegen: Gab es im Jahr 2000 in Baden-Württemberg 360 berufstätige Ärzte je 100.000 Einwohner, so hat deren Zahl bis 2009 auf 390 praktizierende Ärzte je 100.000 Einwohner zugenommen. Unter den 14 Arztgruppen gibt es für Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten und Orthopäden landesweit keinen Bezirk mehr, der zur Niederlassung offensteht.

Auch im hausärztlichen Bereich ist Baden-Württemberg gut aufgestellt. 26 der 43 Planungsbezirke wiesen 2010 einen Versorgungsgrad von 100 bis 110 Prozent auf. In 17 Bereichen herrschte aufgrund von Überversorgung eine Niederlassungssperre. Einen besonders hohen Hausärzteüberschuss gab es in Freiburg im Breisgau: Die Stadt gehört mit einem Versorgungsgrad von über 140 Prozent bundesweit zu den Planungsbezirken mit dem höchsten Versorgungsgraden.

Gemäß der vertragsärztlichen Bedarfsplanung gilt ein Planungsbereich als überversorgt, wenn der Bedarf an Ärzten um zehn Prozent überschritten wird. Unterversorgung herrscht, wenn mehr als 25 Prozent vorgesehenen Hausarztsitze, beziehungsweise 50 Prozent der Facharztsitze nicht besetzt sind. Basis für die Bedarfsplanung sind bundesweite arztgruppenspezifische Vorgaben.

Für Hoberg ist klar: „Baden-Württemberg hat genügend Ärzte. Wir müssen jetzt gemeinsam mit der Ärzteschaft daran gehen, ein Gleichgewicht bei der ärztlichen Versorgung im städtischen und ländlichen Raum herzustellen. Es gilt gemeinschaftlich daran zu arbeiten, dass sich nicht das ungerechtfertigte Gefühl einer Unterversorgung einstellt.“

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