Wissenschaftliche Forschung belegt: Versorgungssicherheit durch Arzneirabattverträge gewährleistet

Kein Zusammenhang zwischen Lieferengpässen und Rabattverträgen

Datum: 27.04.2018 / Kategorie: AOK-Arzneimittelrabattverträge

Stuttgart

Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) hat am Freitag (27.04.2018) die Effizienz der Arzneirabattverträge eindeutig bestätigt. Für Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg und Verhandlungsführer für die bundesweiten AOK-Arzneirabattverträge, profitiere gerade die Versorgungssicherheit von einem geregelten Arzneimittelmarkt: „Entgegen ständig wiederholter Aussagen der Pharmalobby gibt es keinen Zusammenhang zwischen Lieferengpässen und exklusiven Rabattverträgen.“ Die von den Herstellern gemeldeten Lieferengpässe betreffen fast ausschließlich den Klinikbereich, in dem es keine Rabattverträge gebe. Im rabattvertragsgeregelten ambulanten Arzneimittelmarkt sei dagegen die Lieferfähigkeit ausgezeichnet. Lediglich bei 0,6 Prozent der abgegebenen Fertigarzneimittel dokumentierten die Apotheken ein Lieferversagen des Herstellers und geben dann ein gleichwertiges, austauschbares Arzneimittel ab.

 

Auch jüngsten Forderungen nach einer generellen Ausschreibung von Rabattverträgen unter drei Anbietern (Mehrfachausschreibung/Mehrpartnermodell) erteilt Hermann eine Absage. Zwei Bundesländer übernähmen damit unreflektiert die Argumente der Pharmahersteller, die durch Mehrpartnermodelle den Wirkmechanismus der Rabattverträge aushebeln wollten. Die WIdO-Forschung weise nach, dass seit Einführung der Rabattverträge die Marktkonzentration deutlich abgenommen habe. „Mehrpartnermodelle hingegen fördern genau jene Marktkonzentration, die die Politik eigentlich bekämpfen möchte. Gerade kleinere Unternehmen können in einem Mehrpartnermodell ihren Absatz und damit ihren Angebotspreis nicht planen und werden so aus dem Markt verdrängt“, erklärt Christopher Hermann.

 

Unter marktwirtschaftlichen Aspekten – so Hermann weiter – sei das Interesse führender Pharmahersteller an möglichst hohen Arzneimittelpreisen sicher nachvollziehbar, die Politik jedoch sei besser beraten, wenn sie sich gemeinsam mit der Gesetzlichen Krankenversicherung für die Interessen der Versicherten einsetze. Hermann weiter: „Die AOKs haben 2017 durch ihre Arzneimittelrabattverträge über 1,6 Milliarden Euro eingespart und diese Gelder wieder in die Versorgung ihrer Versicherten investiert. Unsere Ausgaben für Medikamente sind 2017 nur um 0,9 Prozent je Versichertem gestiegen, der GKV-Schnitt liegt bei 2,8 Prozent. Hohe Preise sind also nicht in Stein gemeißelt, auch wenn viele Anbieter das gerne so sehen würden.“

 

Pressemeldung des WIdO als pdf-Download

 

 

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