Lieferprobleme bei Bayer

Aspirin: Versagen mit Ansage

Datum: 25.07.2017

Bayer meldet für den Klinikbereich Lieferprobleme bei Aspirin-Ampullen. Dies ist wenig überraschend für diejenigen, die den Markt aufmerksam beobachten, schließlich klagen die Krankenhausapotheken seit Jahren über Versorgungsengpässe bei speziellen Klinik-Arzneimitteln. Schon im Februar 2017 gaben bei einer Befragung der ADKA (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Krankenhausapotheker) viele Klinikapotheken an, sie hätten Schwierigkeiten, das Arzneimittel von Bayer zu bekommen. „Leidtragende sind ausschließlich die Patientinnen und Patienten“, so Frank Wienands, Apotheker bei der AOK Baden-Württemberg. „Dies muss sich ändern. Die Hersteller müssen bei Lieferversagen zukünftig sanktioniert werden.“ Beispielsweise Herzinfarkt-Patienten sind auf Aspirin-Infusionen angewiesen. Ersatzpräparate gibt es nicht.

„Die Aspirin-Ampullen sind in diesem Fall Symptom eines riesigen Problems“, erklärt Wienands. Die Versorgung werde dadurch deutlich erschwert, dass niemand wisse, wie viel Ware derzeit noch wo im Markt sei. „Die Hersteller müssen dazu verpflichtet werden, eine überprüfbare Mindestmenge vorzuhalten“, so Wienands weiter. „Dazu muss zunächst auf allen Handelsstufen endlich Transparenz zu verfügbaren Packungen hergestellt werden.“ Erstmals machte die AOK Baden-Württemberg bei einer Pressekonferenz am 08.03.2017 auf die Problematik aufmerksam.