Ärzte sehen Raucherlungen immer häufiger

Wenn ein Raucher morgens nach dem Aufstehen husten muss und dabei zähen Schleim auswirft, kann es eine chronische Bronchitis sein. Immer mehr Menschen in Ostwürttemberg leiden an dieser Krankheit – Hauptursache dafür ist das Rauchen. Nach jüngsten Erhebungen waren mehr als 5.000 AOK-Versicherte in Ostwürttemberg wegen chronischem Husten oder Atemnot in ärztlicher Behandlung.

Datum: 04.09.2015 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Aalen, Heidenheim, Schwäbisch Gmünd

Ursache hierfür ist meist die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), im Volksmund auch „Raucherlunge“ genannt.

Bei schwerwiegenden Fällen kann es sogar zu einem Lungenemphysem kommen. Die Lunge überbläht sich hierbei unheilbar, es entsteht permanente Atemnot.

Seit 2007 steigt die Anzahl der COPD-Erkrankten im Durchschnitt um sechs Prozent pro Jahr, 2013 wurden 5.315 Versicherte in Ostwürttemberg registriert.

Die Zahl der Betroffenen wächst mit dem Alter. Männer leider generell häufiger an COPD als Frauen, jedoch ist die Zunahme der Frauen höher. Besorgniserregend ist die wachsende Zahl weiblicher Raucher, die schon in jungen Jahren anfangen.

Dr. Hannes Pöllmann, Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde aus Schwäbisch Gmünd, warnt vor den Risiken und Gefahren, die beim Rauchen drohen und die Lunge belasten. „Ein Engegefühl im Brustkorb und Atemnot bei körperlicher Anstrengung können erste Anzeichen für eine COPD sein“.

Der Facharzt empfiehlt bei den Symptomen, auf Nummer sicher zu gehen und frühzeitig einen Lungenarzt aufzusuchen: „Wir können mittels eines Lungenfunktionstests das Vorhandensein einer chronischen Bronchitis bzw. COPD genau diagnostizieren.“

Rauchen ist bei COPD nach wie vor die Hauptursache, aber selbst das Passivrauchen kann dazu führen, daran zu erkranken.

„Es ist nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören“, betont der Lungenarzt. „Solange noch keine chronische Erkrankung vorliegt, kann sich eine Lunge relativ gut regenerieren.“

Für die COPD-Erkrankten gibt es spezielle strukturierte Behandlungsprogramme, damit sie ihre Krankheit besser in den Griff bekommen. In den sogenannten Disease-Management-Programmen (DMP) erhalten die Betroffenen in enger Abstimmung mit ihrem Hausarzt Angebote unterbreitet, wie man besser mit der chronischen Krankheit leben kann.

„Die Erkrankungen können zwar in der Regel nicht geheilt werden, durch eine strukturierte Behandlung lassen sich aber eine Verschlimmerung des Gesundheitszustandes und Folgeschäden begrenzen oder verhindern,“ sagt Dr. Hannes Pöllmann.

„Falls Sie das Rauchen aufgeben möchten, kann Sie die AOK Ostwürttemberg mit individueller Beratung und professioneller Hilfe unterstützen“, betont Geschäftsführer Josef Bühler. „Mit dem AOK Curaplan bieten wir Betroffenen ein solches strukturiertes Behandlungsprogramm an. Studien konnten nachweisen, dass sie den Chronikern wirklich helfen und die Lebensqualität der Betroffenen steigern.“

Zusatzinfo

Am 19. September 2015 findet der 18. Deutsche Lungentag unter dem Motto "Gute Nachrichten für Allergiker?" statt.

Unter www.Lungentag.de finden Sie Veranstaltungen in Ihrer Nähe.

Die AOK Ostwürttemberg bietet aus diesem Anlass in Kooperation mit dem Klinikum Heidenheim am 22. September die Vortragsveranstaltung „Allergien auf dem Vormarsch“ an. Drei Heidenheimer Ärzte referieren im Paulusgemeindehaus in Heidenheim über Vorbeugung, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

Zur Erhebung der Zahlen

Alle aufgeführten Zahlen basieren auf Erhebungen unter allen AOK-Versicherten in Ostwürttemberg und umfassen zirka ca. 155.000 Personen und knapp 43 Prozent der gesetzlich Versicherten. Eingeschlossen wurden alle ambulant- oder stationär-behandelten AOK-Versicherten mit Hauptdiagnose COPD (ICD 44) oder Lungenemphysem bei COPD (ICD 43 und ICD44).

Kontakt zur Pressestelle

Oliver Bayer

Pressesprecher

E-Mail: presse-owb@bw.aok.de
Telefon: 07171 601-125
Telefax: 07171 601-472
Mobil: 0173 7442715

Pfeifergäßle 21
73525 Schwäbisch Gmünd