Aktueller Lockdown macht alleinlebenden Menschen zu schaffen - Lebensfreunde wiederentdecken

Der aktuelle Lockdown macht es für viele alleinlebende Menschen leider nicht einfacher: Denn wer in einer Partnerschaft lebt oder regelmäßig mit anderen Menschen etwas unternimmt, fühlt sich weniger einsam. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa, die von der AOK Baden-Württemberg in Auftrag gegeben wurde.

Datum: 08.01.2021 / Kategorie: Gesundheitstipps

Esslingen/Göppingen

44 Prozent der 18- bis 69-jährigen Baden-Württemberger gaben an, in den vergangenen fünf Jahren manchmal einsam gewesen zu sein. Unter den Alleinlebenden sind es sogar 61 Prozent. „Die Einsamkeit ist zu einem stillen Begleiter in unserer Gesellschaft geworden“, sagen Heike Kallfass und Janice Weber, Geschäftsführerinnen der AOK Neckar-Fils, übereinstimmend.

 

Insgesamt gesehen werde den Auswirkungen von Einsamkeit auf die Gesundheit der Menschen zu wenig Beachtung geschenkt. Aktuell leben laut Bevölkerungsstrukturdaten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Baden-Württemberg mehr als zwei Millionen Menschen ganz allein – das ist fast jeder Fünfte. Von den rund 300.000 Haushalten, die seit 2009 in Baden-Württemberg neu gegründet wurden, sind laut GfK mehr als 200.000 Single-Haushalte. „Einsamkeit erhöht nachweislich das Risiko für chronischen Stress, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen sowie Demenz“, erläutert Heike Kallfass.

 

Auch wenn die Rahmenbedingungen aufgrund der Corona-Pandemie besondere Herausforderungen bedeuten, so ist es dennoch möglich, den Weg der Selbstfürsorge zu beschreiten. Das Alleinsein kann auch helfen, sich zu entspannen, Ruhe zu finden und Stress abzubauen. „Fangen Sie wieder an, sich für sich selbst zu interessieren. Fragen Sie sich, welche Filme Sie unbedingt sehen möchten, welche Bücher Sie schon lange lesen wollten, welches Essen Ihnen besonders gut schmeckt und welche Musik Sie glücklich macht“, unterstreicht Janice Weber.

 

Aber aufgepasst: Es könne negative Folgen haben, wenn Menschen sich wegen ihrer Einsamkeit schämen und deshalb keine Hilfe und Unterstützung suchen. Wer keinen Weg aus seiner Einsamkeit findet, sollte sich einen Ruck geben und einen Arzt aufzusuchen. Das gelte besonders dann, wenn zusätzlich eine Depression oder eine Angststörung hinzukommen. Ein wichtiger Anker könne in einem ersten Schritt auch die Telefonseelsorge sein.

 

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