Alkoholmissbrauch im Landkreis Ludwigsburg rückläufig

Positiver Trend hält an: Seit Jahren sinkt die Zahl der Krankenhausfälle deutlich

Datum: 13.12.2019 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Ludwigsburg

Weihnachtsfeiern, Märkte, gemütliche Zusammenkünfte: In der Adventszeit gibt es viele Anlässe, zu denen Alkohol getrunken wird. In Deutschland und den meisten europäischen Ländern ist Alkohol als Genussmittel kulturell fest verankert. Allerdings gilt Alkohol als eine psychoaktive Substanz, die süchtig machen kann – die Abhängigkeit davon ist dasgrößte Suchtproblem in Deutschland. Der Konsum von Alkohol hat gesundheitsgefährdendes Potenzial: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts ist bei jungen Männern im Alter zwischen 15 und 29 Jahren jeder vierte Todesfall auf Alkohol zurückzuführen.

 

Übermäßiger Alkoholkonsum kann das Risiko zum Beispiel für Krebs, neurologische Störungen, Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems, Störungen im Verdauungssystem und vor allem für Leberkrankheiten erhöhen. Gesundheitsschädlicher Alkoholkonsum gilt laut Robert Koch-Institut bei über 200 Krankheiten als eine mehrerer Ursachen. Übermäßiges Trinken von Alkohol zählt weltweit zu den fünf bedeutsamsten Risikofaktoren für Krankheiten, gesundheitliche Beeinträchtigungen und Sterbefälle.

 

Erfreulicherweise ist ein rückläufiger Trend zu beobachten: Im Landkreis Ludwigsburg ist die Zahl der AOK-Versicherten, die sich aufgrund von alkoholbedingten Störungen stationär in Behandlung befanden, zwischen 2014 und 2018 um durchschnittlich 7,9 Prozent pro Jahr gesunken. In ganz Baden-Württemberg sank ihr Anteil im Schnitt um 4,8 Prozent. Im Ländle befanden sich im letzten Jahr rund 10.940 Versicherte der AOK wegen alkoholbedingter Störungen in stationärer Behandlung. Im Landkreis Ludwigsburg waren es 355 Personen, dies entspricht 0,2 Prozent aller AOK-Versicherten im Kreis. Männer sind (außer in der Altersgruppe der 10 bis 14-Jährigen) deutlich häufiger betroffen als Frauen. Die Dunkelziffer könnte allerdings höher sein, da nur Versicherte ermittelt wurden, die sich tatsächlich in ärztlicher Behandlung befanden. Patienten mit alkoholbedingten Störungen bleiben besonders häufig unbehandelt oder haben erst spät Kontakt zu einem Arzt.

 

Auch bei dem sogenannten „Komatrinken“ zeigt sich eine deutliche Abnahme: In den Landkreisen Ludwigsburg und Rems-Murr befanden sich im Jahr 2018 insgesamt 338 Versicherte der AOK wegen „Komatrinkens“ in stationärer Behandlung. 2014 waren es noch 442 Versicherte. Unter den Patienten befanden sich im letzten Jahr 66 Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren. „Die Veränderungen sind insgesamt positiv zu bewerten. Immer mehr Jugendliche verzichten komplett auf Alkohol. Außerdem sinkt in dieser Altersgruppe auch der Anteil derer, die regelmäßig alkoholische Getränke zu sich nehmen, und auch das Rauschtrinken geht zurück“, sagt Klaus Hage, Gesundheitsexperte der AOK Ludwigsburg-Rems-Murr. Trotz der positiven Entwicklung sieht er keinen Grund zur Entwarnung, denn jeder Komatrinker ist einer zu viel. „Rauschtrinken ist ein gesundheitlich besonders riskantes Trinkverhalten, das akute Schäden wie Alkoholvergiftungen und Verletzungen sowie Gewalt – auch gegenüber Dritten – zur Folge haben kann. Langfristig betrachtet sind Alkoholabhängigkeit und organische Schäden möglich“, so Hage.

 

Die AOK Ludwigsburg-Rems-Murr fördert die präventiven Projekte der kommunalen Suchtbeauftragten in den Stadt- und Landkreisen finanziell. Wird ein Jugendlicher mit einer Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert, so wird sofort ein Suchtbeauftragter informiert. Dieser kontaktiert den Patienten und leitet Präventionsmaßnahmen ein.

 

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