Alkoholvergiftungen im Landkreis Tuttlingen: bei Männern leichter Anstieg, bei Frauen weiter rückläufig

Tuttlingen, 15. Juli 2016. In den Sommermonaten gibt es viele Gelegenheiten für ein gemütliches Beisammensein in geselliger Runde. Dass dabei das sogenannte Komatrinken nicht mehr so häufig ist wie früher, zeigt eine aktuelle Auswertung der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg auf Grundlage ihrer Versichertendiagnosen.

Datum: 15.07.2016 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Tuttlingen

Nach dem im langjährigen Vergleich Tiefststand bei den Krankenhauseinweisungen alkoholisierter Männer im Jahr 2014 (65 Personen) gab es im vergangenen Jahr zwar wieder mehr Einweisungen (80 Männer). Dennoch liegt die Anzahl der Diagnosen weiter unter dem langjährigen Durchschnitt. So wurden in der Spitze 2012 noch 119 Männer aus dem Landkreis im Vollrausch in eine Klinik eingeliefert.

Im Gegensatz zu den Männern ist die Anzahl der Frauen, die mit Alkoholvergiftung in einem Krankenhaus behandelt werden, weiter fallend. Im vergangenen Jahr zählte die AOK 29 Frauen mit Alkoholvergiftung (Vorjahr: 40 Frauen). Damit ist hier die Zahl so niedrig wie seit 2010 nicht mehr.

Grundsätzlich ähnlich ist die Entwicklung, wenn man nur die Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen betrachtet: Neun Fälle bei Jungen hat die AOK im vergangenen Jahr registriert – zwei mehr als im Vorjahr. Allerdings ist dies immer noch weniger als in den Jahren zuvor. 2013 kamen noch 25 männliche Jugendliche aus dem Landkreis Tuttlingen mit Alkoholvergiftung in eine Klinik.

Bei den Mädchen im Alter von 15 bis 19 gab es 2015 die geringste Anzahl von Einlieferungen in den vergangenen neun Jahren, nämlich vier Personen (Vorjahr sieben). 2013 waren es noch 13 weibliche Jugendliche. Allerdings sind Jugendliche insgesamt nach wie vor die am meisten gefährdete Gruppe, da sie ungefähr doppelt so häufig wegen einer Alkoholvergiftung stationär behandelt werden.

„Dass die Zahlen nicht mehr so hoch sind wie in früheren Jahren, zeigt, dass die Präventionsmaßnahmen der Suchtberatung im Landkreis greifen“, meint Klaus Herrmann, Geschäftsführer der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg. Trotz der teilweise positiven Signale möchte Herrmann keine Entwarnung geben, zumal bei Männern – wenn auch auf vergleichsweise niedrigem Niveau – wieder ein leichter Anstieg zu verzeichnen ist. Gerade bei Jugendlichen bleibe die Prävention wichtig, schließlich entscheide sich in jungen Jahren, welche Haltung man gegenüber Alkohol einnimmt. „Daher fördert die AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg seit Jahren Projekte der kommunalen Suchtberatung“, so Herrmann.

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