Allergien nehmen in Pforzheim und Enzkreis deutlich zu - Heuschnupfensaison beginnt

In diesem Frühling ist fast nichts so wie früher, außer dass die Pollen fliegen und die Allergikersaison beginnt. Eine Allergie ist eine Überempfindlichkeitsreaktionen auf eigentlich ungefährliche Fremdsubstanzen. Die Häufigkeit von Allergien hat seit den 1970er Jahren weltweit stark zugenommen. Die Anzahl der von Heuschnupfen betroffenen Menschen hat sich beispielsweise in Deutschland zwischen 1990 und heute verdoppelt, aktuell leiden etwa 12,3 Millionen Deutsche daran. Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts ist etwa jeder fünfte Erwachsene und jedes vierte Kind beziehungsweise Heranwachsende von einer Allergieform wie Heuschnupfen oder allergischem Asthma betroffen. Bei der Entstehung allergischer Erkrankungen spielen Umwelteinflüsse eine entscheidende Rolle. Neben Faktoren wie Luftverschmutzung, zunehmender Hygiene beziehungsweise abnehmende biologische Vielfalt (Biodiversität) werden zunehmend auch der Klimawandel als Einflussgröße diskutiert.

Datum: 30.04.2020 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Pforzheim

Dies spiegeln auch die Zahlen der AOK Nordschwarzwald wider. Eine Auswertung über einen Vierjahreszeitraum ergab, dass die Zahl der Versicherten, die in Pforzheim mit Heuschnupfen in Behandlung waren, auf 2.726 (+ 571) gestiegen ist. Im Enzkreis stieg die Zahl auf 3.856 (+ 223) Versicherte. Im gleichen Zeitraum veränderte sich die Menge der Pforzheimer, die in einer Asthmabehandlung waren, ebenfalls negativ. Waren es vor vier Jahren noch 2.890 Versicherte, so sind es jetzt bereits 3.868 (+978). Im Enzkreis ist das Niveau über denselben Zeitraum bei 4.808 (- 21) fast gleichgeblieben.

 

Mitverantwortlich für den Anstieg der Allergien in den letzten Jahrzehnten sind die Veränderungen der Umwelt, des Lebensstils und der Essgewohnheiten«, sagt die Ärztin Dr. Sabine Knapstein. Diese wichtigen Einflussfaktoren erklärten, warum so viele Kinder und Jugendliche betroffen sind, aber auch, warum Menschen im fortgeschrittenen Alter noch neu an einer Allergie erkranken.

 

Im Zusammenhang mit Heuschnupfen können manchmal Beschwerden auftreten, die denen einer Covid-19-Erkrankung ähnlich sind. Zwar stehen bei Heuschnupfen Niesattacken und laufende oder verstopfte Nase, sowie häufig auch Augenjucken im Vordergrund. Doch Heuschnupfen kann auch zu asthmatischen Beschwerden wie Husten und Atemnot führen – beides Beschwerden, die auch bei einer Infektion mit dem Coronavirus auftreten können. Außerdem ist es möglich, dass zum Heuschnupfen eine Atemwegsinfektion hinzukommt. Dafür spricht, wenn zusätzlich zu den typischen allergischen Reaktionen ein außergewöhnlicher Husten oder auch Fieber auftritt. Betroffene sollten sich in beiden Fällen telefonisch an ihren behandelnden Arzt wenden und mit ihm das weitere Vorgehen klären, zum Beispiel auch, ob ein Covid-19-Test sinnvoll ist.

 

"Betroffene denken häufig, sie müssten auf Bewegung und Sport verzichten. Zu Asthmaanfällen durch Sport kommt es meist dann, wenn das Asthma nicht gut kontrolliert oder die Belastung zu stark ist. Wenn man sich auf die Belastung vorbereitet, ist dieses Risiko eher gering. Studien weisen darauf hin, dass Sport und Bewegung Asthmabeschwerden auf Dauer sogar verringern können. Für Menschen mit Asthma bronchiale bietet die AOK Baden-Württemberg ein spezielles, strukturiertes Behandlungsprogramm: AOK-Curaplan Asthma. Dieses gewährleistet eine optimale Behandlung von Asthma bronchiale durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen, eine Asthma-Therapie, die sich an dem besten verfügbaren wissenschaftlichen Wissen orientiert, Patientenschulungen, die die Patienten zur aktiven Mitarbeit auf Augenhöhe mit dem Arzt befähigen und zielgerichtete Informationen," so Knapstein weiter.

 

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