Angststörungen sind weit verbreitet

2016 waren in Bodensee-Oberschwaben 8.249 AOK-Versicherte in ärztlicher Behandlung

Datum: 21.11.2017 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Bodensee-Oberschwaben

Angst ist ein normales Gefühl, das uns vor gefährlichen Situationen schützt. Angst versetzt den Körper in Alarmbereitschaft, damit er schnell reagieren kann. Bei Menschen, die an einer Angststörung erkrankt sind, tritt die Angst auch in Situationen auf, die keine Gefahr darstellen. Das Panik-Gefühl nimmt überhand und ist nicht zu kontrollieren. Die Zahl von Patienten, die wegen Angststörungen einen Arzt konsultieren, hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Neuesten Auswertungen zufolge waren in Bodensee-Oberschwaben 2012 5.599 AOK-Versicherte wegen Angststörungen in Behandlung, erhöhte sich die Zahl bis 2016 kontinuierlich auf über 8.200. 2012 waren es im Landkreis Ravensburg 2.411 AOK-Versicherte, im Landkreis Sigmaringen 1.856 und 1.332 im Bodenseekreis. 2016 lag die Zahl der wegen Angststörungen behandelten Patienten bei 3.277 im Landkreis Ravensburg, 3.081 im Landkreis Sigmaringen und 1.891 im Bodenseekreis.

 

Zu den häufigsten Angststörungen zählen Panikstörungen, soziale Phobien, die generalisierte Angststörung, spezifische Phobien wie zum Beispiel Angst vor großen Höhen, vor engen Räumen, Schlangen oder Insekten, Zwangsstörungen und die posttraumatische Belastungsstörung. Die Erhebung zeigt: Die Krankheitshäufigkeit steigt mit dem Alter an und erreicht den Höhepunkt in der Altersgruppe der 60 bis 64-Jährigen. Danach ist sie wieder rückläufig. Frauen sind in etwa doppelt so häufig erkrankt wie Männer. Dies bestätigt auch das Robert-Koch Institut (RKI) in seinen Veröffentlichungen: 8,5 Prozent aller Männer und 18,5 Prozent der Frauen in ganz Deutschland.

 

„Es konnten nur Versicherte ermittelt werden, die sich tatsächlich in ärztlicher Behandlung befanden, die Dunkelziffer könnte deutlich höher sein“, betont AOK-Geschäftsführer Roland Beierl. „Sowohl die absoluten Zahlen, als auch der fortlaufende Anstieg bei den Therapien zeigen, dass Angststörungen eine immer größere Bedeutung gewinnen." Das Statistische Bundesamt hat errechnet, dass die Kosten für psychische Erkrankungen in Deutschland pro Jahr rund 44,4 Milliarden Euro betragen.

 

Bei Personen mit Angststörungen sind Angstreaktionen nicht mehr angemessen und führen zu erheblichen Beeinträchtigungen und Belastungen, die bis zur Arbeitsunfähigkeit führen können. Häufig gehen Angstzustände mit körperlichen Symptomen wie Schwindel, Kreislaufbeschwerden und Übelkeit einher. Die Furcht kann unter anderem zu Konzentrationsschwierigkeiten, motorischer Unruhe, dem Gefühl zu ersticken, Schlafstörungen, häufigem Harndrang, Nervosität, Müdigkeit sowie zu Kopf- und Muskelschmerzen führen. Bevor sich Arzt und Patient für einen Behandlungsplan entscheiden, sollten die persönlichen Faktoren der Betroffenen genau analysiert werden, um die Auslöser für die Erkrankungen zu finden. Weitere Maßnahmen können unter anderem Psychotherapie und Medikamente, die Unterstützung zur Lebensbewältigung oder auch Ausdauersport sein. „Patienten, die am AOK-Haus- und FacharztProgramm teilnehmen, können davon profitieren, dass sie schneller einen Termin beim Facharzt erhalten, die Haus- und Fachärzte eng miteinander zusammenarbeiten und bei Bedarf vom Sozialen Dienst der AOK beraten werden. Roland Beierl ergänzt: „Ziel ist, die Lebenssituation des Betroffenen zu stabilisieren, Krankenhausaufenthalte zu vermeiden, damit sie wieder ins Berufsleben zurückkehren können.“

 

Kontakt zur Pressestelle

Thomas Müller

Pressesprecher

E-Mail: thomas.mueller@bw.aok.de
Telefon: 0751 371-178
Telefax: 0751 371-51178
Mobil: 0170 3334161

Charlottenstraße 49
88212 Ravensburg