Anstieg bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Daten der AOK zeigen Zunahme im Landkreis Ludwigsburg

Datum: 19.12.2017 / Kategorie: Sonstiges

Ludwigsburg

Immer mehr Menschen haben nach dem Genuss von Getreide- oder Milchprodukten Magenschmerzen oder andere Gesundheitsbeschwerden. Schuld daran sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Zu den häufigsten gehören Zöliakie und Laktoseintoleranz. Diese machen sich insbesondere auch in der Weihnachtszeit bemerkbar, wenn der Verzehr von leckeren Plätzchen und heißer Schokolade zum Alltag gehört.

 

In Baden-Württemberg waren 2016 insgesamt 5.382 AOK-Versicherte wegen Zöliakie und 34.017 wegen Laktoseintoleranz in ärztlicher Behandlung. Im Landkreis Ludwigsburg wurden im vergangenen Jahr 228 Zöliakie- und 1.257 Laktoseintoleranz-Patienten registriert. Auffallend ist, dass sich die Behandlungszahlen in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht haben: Im Jahr 2012 zählte die AOK bei der Zöliakie noch 169 Betroffene im Landkreis Ludwigsburg. Bei der Laktoseintoleranz hat sich die Zahl der Betroffenen seit 2012 um durchschnittlich 8,2 Prozent jährlich erhöht. Die Dunkelziffer könnte höher sein, da gegebenfalls nicht alle Betroffenen ärztlich behandelt wurden. Unter den Versicherten der AOK sind mehr Frauen wegen den genannten Nahrungsmittelunverträglichkeiten in Behandlung als Männer.

 

Die Zöliakie ist eine chronische Erkrankung des Dünndarms, die auf einer Überempfindlichkeit der Darmschleimhaut gegenüber Gluten beruht. Dies ist ein Eiweiß, das in vielen Getreidesorten vorkommt und somit auch in vielen Weihnachtsplätzchen verwendet wird. AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein: „Bei der Zöliakie können die Nährstoffe und Mineralien vom Körper nicht mehr gut aufgenommen werden, sodass es zu einer Mangelernährung kommt und die unverdaute Nahrung  im Darm Beschwerden verursacht“.

 

Die Zöliakie kann in jedem Alter auftreten, die Symptome seien je nach Alter sehr unterschiedlich. „Kinder bekommen oft schnell einen vorgewölbten Bauch und leiden unter Blähungen und Durchfall. Auch kann es sein, dass sie keinen Appetit haben, sich erbrechen oder misslaunig sind. Bei Jugendlichen und Erwachsenen sind die Auswirkungen vielfältiger: Bei ihnen können beispielsweise auch Durchfall, starke Erschöpfung, eine verminderte Knochendichte und Eisenmangel, aber auch Depressionen, Unfruchtbarkeit oder Gelenkschmerzen auf eine Zöliakie hinweisen“, so Dr. Knapstein.

 

0,9 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind von Zöliakie betroffen. Auf jedes diagnostizierte Kind kommen zehn bis elf Kinder, bei denen die Krankheit noch nicht erkannt wurde. Eine unentdeckte Zöliakie hat negative Folgen für die Gesundheit und Entwicklung der Kinder. Sie sind tendenziell leichter und kleiner und weisen eine geringere Knochendichte auf als gesunde Kinder. „Eine Zöliakie besteht in der Regel lebenslang, ist aber durch eine glutenfreie Diät sehr gut behandelbar“, so die Ärztin weiter.

 

Bei einer Laktoseintoleranz führt der Genuss von Milchprodukten zu Problemen wie ein aufgeblähter Bauch, Völlegefühl, Unterbauchschmerzen, ausgeprägte Blähungen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und manchmal auch Verstopfung. Die Beschwerden treten meist auf, kurz nachdem man Milch oder Milchprodukte zu sich genommen hat. Welche Laktosemenge Beschwerden auslösen kann, ist von Person zu Person unterschiedlich. Dabei spielt auch die Veranlagung eine Rolle: So haben vergleichsweise wenige Nordeuropäer eine Laktoseintoleranz, Asiaten oder Afrikaner dagegen häufig.

 

Laktoseintoleranz, auch Milchzucker-Unverträglichkeit genannt, ist keine Allergie. Menschen mit einer echten Milchallergie können selbst auf geringste Mengen von Milch oder Milchprodukten reagieren. Personen mit Laktoseintoleranz dagegen können manchmal relativ viel Milch oder Milchprodukte konsumieren, ohne danach starke Beschwerden zu bekommen. Bei Kindern unter fünf Jahren ist eine Laktoseintoleranz sehr selten. Meist entwickelt sie sich erst im Jugend- und Erwachsenenalter.

 

Dr. Sabine Knapstein: „Auch wenn die Erkrankung nicht geheilt werden kann, ist es mit einer angepassten Ernährung möglich, beschwerdefrei zu leben“. Wichtig sei es, ausreichend Kalzium zu sich zu nehmen.

 

Die Fachkräfte der AOK Ludwigsburg-Rems-Murr helfen Betroffenen durch eine individuelle Ernährungsberatung bei der Umsetzung der Ernährungsempfehlungen für die jeweilige Nahrungsmittelunverträglichkeit

 

Kontakt zur Pressestelle

Nina Lägel

E-Mail: pressestelle-lbr@bw.aok.de
Telefon: 07141 136-113
Telefax: 07141 136-91113
Mobil: 01520 1570317

Gottlob-Molt-Straße 1
71636 Ludwigsburg