Antibiotika-Resistenzen sind akute Gefahr für die Gesundheit

Die weltweite Zunahme von Antibiotika-Resistenzen gehört nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO zu den größten Gefahren für die menschliche Gesundheit. Der Grund: Wenn diese Medikamente ihre Wirkung gegen Infektionen verlieren, können Krankheiten wieder gefährlich werden, die eigentlich schon als besiegt gegolten hatten. In Heilbronn-Franken wurde im vergangenen Jahr an 126.872 AOK-Versicherte Antibiotika verordnet, im Stadt- und Landkreis Heilbronn waren es 59.683 und im Hohenlohekreis 19.223 Patienten.

Datum: 15.07.2016 / Kategorie: Gesundheitstipps

Um die „Wunderwaffe“ Antibiotika im Kampf gegen bakterielle Infektionen nicht stumpf werden zu lassen, sind aus der Sicht von AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein „vor allem zwei Dinge enorm wichtig: der gezielte Einsatz des Medikaments in den Fällen, in denen er medizinisch notwendig ist, und die richtige Anwendung.“ Bereits heute sterben laut WHO jährlich weltweit rund 700.000 Menschen wegen Resistenzen von Bakterien gegen dieses Medikament, in Deutschland sind es 10.000. In den vergangenen zwei Jahren verschrieben die niedergelassenen Ärzte in der Bundesrepublik insgesamt zwar weniger Antibiotika, laut WHO ist die Zahl der Verordnungen aber immer noch deutlich zu hoch.

In Baden-Württemberg wurden in 2015 an 1.299.692 Patienten 21,2 Millionen Antibiotika-Tagesdosen verordnet, dies waren rund 32 Prozent aller AOK-Versicherten. Die Vielseitigkeit der Wirkung ist gleichzeitig der Fluch des Medikaments. Dr. Sabine Knapstein: „Zunehmend treten Bakterien auf, gegen die Antibiotika nicht mehr helfen – sogenannte multiresistente Keime“.

Zu den größten Gefahren für die Patienten zählen das zu frühe Absetzen des Medikaments - denn dann können sich Bakterien mit erhöhter Widerstandskraft vermehren, gegen die das Mittel nicht mehr wirkt – zu häufige Verordnung von Antibiotika und der Einsatz von Breitbandantibiotika, welche die Entstehung von resistenten Keimen fördern. Dr. Knapstein rät: „Bei Verordnungen von Antibiotika mit dem Arzt zu reden, ob es keine anderen Behandlungsoptionen gibt.“ Wichtig sei auch, dass die Medikamente genau über den vom Arzt festgelegten Zeitraum eingenommen werden. „Auch wenn die Beschwerden aufgrund der Behandlung oft rasch besser werden, sind die Erreger zu diesem Zeitpunkt meist noch nicht alle abgetötet“, so die AOK-Ärztin. Grundsätzlich sollten Antibiotika mit Wasser eigenommen werden. Säfte, Milchprodukte oder Alkohol könnten die Wirkstoffe beeinflussen und so zu einer Unterdosierung führen. Beim Verzehr von Milchprodukten, wie Käse, Joghurt oder Quark, sollte nach der Einnahme der Medikamente ein zeitlicher Abstand von drei Stunden eingehalten werden.

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