AOK: Alkoholvergiftungen im Schwarzwald-Baar-Kreis deutlich zurückgegangen – Fachstelle Sucht: weniger Promille als früher

Schwarzwald-Baar-Kreis, 19. Juli 2016 - In den Sommermonaten gibt es viele Gelegenheiten für ein gemütliches Beisammensein in geselliger Runde. Dass dabei das sogenannte Komatrinken nicht mehr so häufig ist wie früher, zeigt eine aktuelle Auswertung der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg auf Grundlage ihrer Versichertendiagnosen.

Datum: 21.07.2016 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Schwarzwald-Baar-Kreis

Die Anzahl der Krankenhauseinlieferungen von Personen aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis im Vollrausch ist auf ein Rekordtief gesunken. Im vergangenen Jahr mussten 89 AOK-versicherte Personen mit Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus gebracht werden, darunter 22 Frauen. Das ist ein Rückgang um ein Drittel gegenüber dem Vorjahr. Noch 2012 wurden 184 Personen aus dem Landkreis wegen Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt.

Erfreulich ist auch, dass seit Beginn des Untersuchungszeitraums 2007 auch noch nie so wenige Jugendlichen nach Alkoholmissbrauch ins Krankenhaus mussten. Im vergangenen Jahr waren es 18 Personen in der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen, darunter sieben Mädchen. Innerhalb von drei Jahren hat sich die Zahl damit genau halbiert.

„Dass die Zahlen auch bei Jugendlichen nicht mehr so hoch sind wie in früheren Jahren, zeigt, dass die Präventionsmaßnahmen der Suchtberatung im Landkreis greifen“, meint Klaus Herrmann, Geschäftsführer der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg. Trotz der teilweise positiven Signale möchte Herrmann aber keine Entwarnung geben. Gerade bei Jugendlichen bleibe die Prävention wichtig, schließlich entscheide sich in jungen Jahren, welche Haltung man gegenüber Alkohol einnimmt. „Außerdem sind Jugendliche besonders gefährdet. Jungen beispielsweise haben eine etwa drei Mal höhere Einweisungsrate als Männer aller Altersgruppen zusammen.“ Daher fördere die AOK seit Jahren suchtvorbeugende Projekte der Fachstelle Sucht Villingen-Schwenningen des Baden-Württembergischen Landesverbands für Prävention und Rehabilitation, so Herrmann.

Dazu gehört das Alkoholpräventionsprojekt Hart am Limit, kurz HaLT. Dabei wird bei Jugendlichen, die mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus kommen, und bei den Eltern für Präventionsgespräche und weitere Angebote der Suchtberatung geworben. „Über HaLT erreichen wir Jugendliche, die sich von sich aus nicht trauen würden, auf uns zuzugehen“, erklärt Pia Wenzler von der Fachstelle Sucht in Villingen-Schwenningen. „Wir laden die Jugendlichen zu einem individuellen Brückengespräch ein und führen gemeinsam einen Risiko-Check durch.“ Auch Wenzler bestätigt den Trend zu einem wieder verantwortungsvolleren Umgang mit Alkohol und führt das auf die Präventionsarbeit im Landkreis zurück: „Wir stellen außerdem fest, dass die Promillezahl bei Alkoholvergiftungen oft nicht mehr so hoch sind wie früher. Ein Grund dafür ist, dass die jungen Leute für das Thema sensibilisiert sind, mehr aufeinander Acht geben und auch den Krankenwagen früher rufen.“

Die Fachstelle Sucht des BWLV bietet Präventionsveranstaltungen etwa an Schulen sowie individuelle Beratungen an. Infos zu allen Angeboten gibt es bei der Fachstelle unter Tel. 07721 878646-0 oder im Internet unter www.bw-lv.de.

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