AOK: Essstörungen im Schwarzwald-Baar-Kreis

Schwarzwald-Baar-Kreis, 29. September 2016 – Je schlanker, desto schöner – dieses verzerrte Körperbild wird in Mode und Werbung oftmals als Schönheitsideal vorgegaukelt. Doch der Schlankheitswahn kann krank machen, beispielsweise wenn man den natürlichen Umgang mit dem Essen verliert.

Datum: 29.09.2016 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Schwarzwald-Baar-Kreis

Genau das kommt in der Region laut einer aktuellen Studie der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg auf Grundlage der aktuellsten auswertbaren Diagnosen ihrer Versicherten immer häufiger vor. Insgesamt 256 Menschen aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis waren 2014 wegen Essstörungen in ärztlicher Behandlung. Da rund die Hälfte der Menschen in der Region bei der AOK versichert ist, dürfte die Gesamtzahl etwa doppelt so hoch sein. Im Jahr 2008 waren laut AOK-Statistik noch 197 Personen in Behandlung, also rund ein Viertel weniger. Frauen machten im Landkreis zuletzt 82 Prozent der von Essstörungen Betroffenen aus. Besonders betroffen sind die jüngeren Altersgruppen ab 15 Jahre bis 29 Jahre. In den folgenden Altersgruppen sind die Erkrankungshäufigkeiten geringer.

„Eltern fühlen sich oft hilflos und überfordert, wenn ihr Kind erkrankt“, sagt Anja Krämer-Pflanz von der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche für den Schwarzwald-Baar-Kreis (BEKJ) in Villingen-Schwenningen. „Ein erster Schritt kann sein, eine Beratungsstelle aufzusuchen. Hier erhalten Eltern Tipps und Informationen, wie sie mit der schwierigen Situation umgehen können.“ Da Essstörungen oft lange anhalten, sei es wichtig, frühzeitig zu reagieren. Das gelte auch für die Bulimie, also Ess-Brech-Sucht, die leichter versteckt werden kann, da sie oft nicht mit großen Gewichtsveränderungen einhergeht. „Auch hier bestehen dennoch sehr hohe Gesundheitsrisiken, die den Betroffenen und ihrem Umfeld oft nicht bewusst sind. Je früher die Betroffenen sich Hilfe holen, desto besser, denn die Gefahr einer Chronifizierung ist hoch“, so Psychologin Krämer-Pflanz.

Zu den Essstörungen gehört auch die Anorexia nervosa, besser bekannt als Magersucht. „Mit Diäten kann es anfangen, irgendwann verselbständigt sich der Wunsch abzunehmen. Wenn Kinder in kurzer Zeit zu viel abnehmen und nicht mehr aufhören können, müssen die Eltern unbedingt reagieren“, rät Krämer-Pflanz. Anteilsmäßig am meisten betroffen sind laut AOK 15- bis 19-Jährige. In dieser Altersgruppe sind im Landkreis von 1.000 Mädchen vier deswegen in Behandlung. Insgesamt hatten im Schwarzwald-Baar-Kreis 2014 56 AOK-Versicherte die Diagnose Magersucht. „Gelingt es, Vertrauen aufzubauen, öffnen sich Jugendliche für eine Behandlung. Insbesondere bei schwerwiegenden Krankheitsverläufen ist ein stationärer Aufenthalt angebracht, bei dem wieder ein gesundes Essverhalten eingeübt werden kann.“

  Die AOK Baden-Württemberg versichert mehr als 4 Millionen Menschen im Land und zahlt mehr als 14 Milliarden Euro pro Jahr an Leistungen in der Kranken- und Pflegeversicherung. Informationen zur AOK Baden-Württemberg unter: www.aok-bw.de  
   

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