AOK im Dialog mit Bundestagskandidat Patrick Diebold (SPD): „Kein Zweiklassensystem im Wartezimmer“

Gesundheit betrifft jeden von uns. Doch welche Themen genau beschäftigen die Menschen in unserer Region? Im Karlsruher AOK-KundenCenter empfing Harald Röcker, Geschäftsführer der AOK Mittlerer Oberrhein, den sozialdemokratischen Bundestagskandidaten für den Wahlkreis Karlsruhe-Land, Patrick Diebold, zum offenen Austausch. Man war sich einig: Aufgrund von sich stetig verändernden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnissen bleibt Gesundheitspolitik eine Herausforderung, der es sich in allen Facetten zu stellen gilt.

Datum: 12.09.2017 / Kategorie: Gesundheitspolitik

Kreis Karlsruhe

„In Gesprächen erlebe ich immer wieder, dass sich Bürgerinnen und Bürger Sorgen um die hausärztliche Versorgung im ländlichen Bereich machen“, lautet  die Erfahrung von Patrick Diebold. Seine Partei fordert mehr Hausärzte, denn diese sind die erste Anlaufstelle im Krankheitsfall. Für Harald Röcker besitzen Hausärzte eine wichtige Lotsenfunktion im System, den Hausarztberuf gelte es deshalb zu stärken. Mit speziellen Hausarztverträgen gestalte die AOK Baden-Württemberg den Beruf für Ärzte attraktiver und die Versorgung für den Patienten besser. „Sie profitieren von einer zeitintensiveren und qualitätsgesicherten Betreuung sowie einer optimierten Vernetzung mit Fachärzten“, konkretisiert Harald Röcker die Vorteile.

 

 

 

„Viele Menschen empfinden es als ungerecht, dass Privatversicherte bevorzugt behandelt werden.“ Mit diesem Eindruck eines Zweiklassensystems wird Patrick Diebold häufig konfrontiert. Die SPD strebt deshalb eine Bürgerversicherung an, in die auch Beamte, Politiker und Selbstständige einzahlen und in die auch bisher privat Versicherte wechseln können. „Gebt uns die gleichen Voraussetzungen – also die freie Wahl der Krankenkasse für die gesamte Bevölkerung –, dann stellen wir uns dem Wettbewerb“, lautet Harald Röckers Forderung an die Politik.

 

 

 

Einstimmigkeit herrschte bei der Frage nach der Rückkehr zu einer paritätischen Finanzierung, bei der die Krankenkassenbeiträge zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen werden. Der Zusatzbeitrag, den momentan die Versicherten allein stemmen, soll abgeschafft werden. „Das Solidarprinzip darf nicht verloren gehen“, erinnerte Harald Röcker an einen Grundpfeiler der gesetzlichen Krankenversicherung. „Derzeit werden nur die Versicherten mit den steigenden Kosten für medizinischen Fortschritt und demografischen Wandel belastet. “ Harald Röcker begrüßte das Vorhaben der Sozialdemokraten, die Beitragsbemessung von Selbstständigen einkommensabhängig zu gestalten und so die Beiträge bei geringem Einkommen zu senken.

 

 

 

Weitere Diskussionspunkte waren die Pflegeversicherung, der Beitrag für Selbstständige, die Notfallversorgung vor Ort, die Entwicklung in der regionalen Krankenhauslandschaft sowie Telemedizin als Chance, Versorgung insbesondere im ländlichen Bereich, weiterzuentwickeln.

 

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