AOK im Dialog mit Bundestagskandidat Werner Zieger (Linke):„Rückkehr zur paritätischen Finanzierung“

Gesundheitspolitik spielt im aktuellen Wahlkampf eine untergeordnete Rolle. Obwohl viele Themen wie etwa die Sorge um eine flächendeckende ambulante und stationäre Versorgung oder die Diskussion um den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln Dauerbrenner sind – insbesondere im ländlichen Raum. Welche Antworten halten die einzelnen Parteien auf gesundheitspolitische Fragen der Bürger bereit? – Harald Röcker, Geschäftsführer der AOK Mittlerer Oberrhein, hat Wahlprogramme analysiert und Bundestagskandidaten zum persönlichen Gespräch eingeladen. Mit Werner Zieger, Bundestagskandidat der Linken für den Wahlkreis Bruchsal-Schwetzingen, traf er sich im AOK-KundenCenter Bruchsal zum offenen und kontroversen Austausch.

Datum: 14.09.2017 / Kategorie: Gesundheitspolitik

Bruchsal

Der solidarische Grundgedanke, auf dem unser Krankenversicherungssystem basiert, muss wieder gefestigt werden“, betonte Harald Röcker eingangs. Er teilte Werner Ziegers Forderung, die paritätische Finanzierung wiederherzustellen: „Die Krankenkassenbeiträge sollen zu gleichen Teilen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen werden“. Beitragserhöhungen dürften nicht allein zu Lasten der Versicherten gehen.

 

 

 

Dem Wunsch Werner Ziegers nach mehr staatlicher Regelung „ohne Profitgedanke“ und Vereinheitlichung in der Krankenkassenlandschaft setzte Harald Röcker entgegen: „Die Bevölkerung will Auswahl und Individualität.“ Im Gegenzug forderte er von der Politik die gleichen Wettbewerbsbedingungen zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung und der privaten Krankenversicherung: „Wir brauchen mehr Gestaltungsspielraum für Selektivverträge, besonders auch im stationären Bereich, für mehr Qualität – anstelle von reinem Preiswettbewerb.“ Die Grundphilosophie der AOK, mit Kundencentern in der Fläche zu bleiben, habe sich hier bewährt: „Bei ernsten Erkrankungen, Pflegefällen oder beim Ausfüllen von Anträgen schätzen viele Versicherte die persönliche Unterstützung und Zuwendung durch meine Mitarbeiter.“

 

 

 

Werner Zieger lehnte den Versandhandel mit Arzneimitteln ab. Damit solle auch die persönliche Beratung und wohnortnahe Versorgung gestärkt werden. Aus der Sicht von Harald Röcker gehören Versandapotheken jedoch zur Arzneimittelversorgung im 21. Jahrhundert dazu. „Letztendlich macht der Versandhandel nur einen kleinen Marktanteil aus. Im Gegenzug gewährleistet er gerade im ländlichen Bereich Menschen einen unkomplizierten Zugang zu Medikamenten.“

 

 

 

Weitere Spannungsfelder in der Diskussion waren die Frage nach der Eigenverantwortung der Menschen in unserem Gesundheitssystem, die Ausgestaltung einer besser verzahnten ambulanten und stationären Versorgung sowie die Bedeutung von Rabatt- und Selektivverträgen.

 

 

 

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