AOK im Dialog mit Dr. Danyal Bayaz, Bundestagskandidat der Grünen: Telemedizin und Digitalisierung als Chance

Wie lassen sich Prävention, Pflege und Reha besser verknüpfen? Was wird aus der elektronischen Gesundheitskarte? Wie können wir unser Gesundheitssystem gerecht und zukunftsfähig finanzieren? – Um die Positionen von Bündnis 90/Die Grünen und die Forderungen der AOK an die Politik zu diskutieren, trafen sich der Geschäftsführer der AOK Mittlerer Oberrhein, Harald Röcker, und Dr. Danyal Bayaz, Bundestagskandidat der Grünen für den Wahlkreis Bruchsal-Schwetzingen, zum gesundheitspolitischen Gespräch im Bruchsaler AOK-KundenCenter.

Datum: 07.09.2017 / Kategorie: Gesundheitspolitik

Bruchsal

„Ein selbstbestimmter Datenzugang und höchstmöglicher Datenschutz – denn Datenschutz ist ein hohes Gut“, formulierte Dr. Danyal Bayaz die Voraussetzungen für eine verantwortungsvolle Digitalisierung im Gesundheitswesen. Einig war man sich auch, dass auf dieser Baustelle dringend Handlungsbedarf bestehe: „Wir dürfen uns nicht ausbremsen lassen, sondern den Digitalisierungsprozess aktiv und mit Augenmaß gestalten, sonst übernehmen private Konzerne diesen Markt“, gab Harald Röcker zu bedenken. Hier bestehe noch viel Aufklärungsbedarf und Überzeugungsarbeit. Denn die Vorteile lägen auf der Hand:  Durch eine optimale digitale Koordination aller Beteiligten könne einerseits Versorgung erleichtert und beschleunigt werden, andererseits würden Doppeluntersuchungen oder Fehlmedikationen verhindert. Konkret diskutierten Dr. Danyal Bayaz und Harald Röcker die Möglichkeit, datenschutzkonform einen Notfalldatensatz, Medikationsplan oder Arztbrief auf der elektronischen Gesundheitskarte zu speichern. Dr. Bayaz zeigte sich entsprechenden Modellprojekten offen, die es gemeinsam zu steuern gelte.

 

 

 

Harald Röcker befürwortete den Ausbau der Telemedizin durch die Lockerung des Fernbehandlungsverbots. „Speziell in strukturschwachen Gebieten könnten Sprechstunden per Bildschirm den Versicherten einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu einem Arzt ermöglichen“, lautete sein Vorschlag für ein weiteres Modellprojekt. Dabei sei Telemedizin nie als Ersatz für regionale Versorgung zu sehen, sondern stets als eine Ergänzung.

 

 

 

Nachdem das zweite Pflegestärkungsgesetz zum 1. Januar 2017 einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff eingeführt hatte, „gilt es nun abzuwarten, wie sich das in der Praxis auswirkt“, so Harald Röcker, der begrüßte, dass jetzt auch ein besonderes Augenmerk auf der besseren Einstufung von Menschen mit Demenz liegt. Beide Gesprächspartner bekräftigten, dass der Ausbau von ambulanten Wohn- und Pflegeformen vorangetrieben werden müsse. Ihre Positionen deckten sich auch in der Forderung nach einer paritätischen Finanzieren der Versichertenbeiträge unter Einbeziehung von weiteren Kapitaleinkünften.

 

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