AOK rät: Sommererkrankungen nicht unterschätzen

Endlich Sommer, endlich raus ins Freibad oder an den Baggersee. Das was für viele Menschen als unbeschwerte und schönste Zeit des Jahres gilt, sorgt bei anderen eher für Unbehagen und echten körperlichen Beschwerden. Im Ortenaukreis mussten 2017 rund 200 Menschen wegen Sommererkrankungen ambulant oder stationär medizinisch versorgt werden. Die Hälfte davon waren Männer.

Datum: 27.06.2019 / Kategorie: Gesundheitstipps

Ortenau

Diese Zahlen ermittelte die AOK Südlicher Oberrhein bei ihren Versicherten im Ortenaukreis.

 

„Ähnlich hoch war die Zahl 2015, mit 137 erfassten Sommererkrankungen waren 2016 deutlich weniger erkrankt“, weiß Armin Roth, Leiter des AOK-Kundencenters in Lahr. „Mit 77 Versicherten zählten wir 2014 fast zwei drittel Erkrankungen weniger“. In Baden-Württemberg zählte die AOK 2017 rund 4.500 erkrankte Versicherte, davon waren etwa 2.600 Männer. „Allerdings können wir nur diejenigen erfassen, die auch tatsächlich in Behandlung waren“. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher liegen.

 

„Wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass zu viel Sonne und zu viel Hitze sehr gesundheitsschädlich sein können“, erklärt Tobias Haller, Leiter des AOK-Gesundheitsteams. Schatten sei der beste Sonnenschutz. Er kann die UV-Strahlung um 50 bis 95 Prozent vermindern. Gerade bei Babys und kleinen Kindern sollte auf einen ausreichenden Sonnenschutz geachtet werden. „Wenn es keinen Schatten gibt, etwas beim Wandern, beim Schwimmen oder beim Surfen, sollte eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor aufgetragen werden“.

 

Kopfscherzen, Reizbarkeit, Übelkeit oder Schwindel können Anzeichen für einen Sonnenstich sein. Da diese teilweise recht spät auftreten können werden sie nicht immer gleich erkannt. „Als Erste-Hilfe-Maßnahme beim Sonnenstich sollte der Betroffene aus der direkten Sonne geholt und an einen kühlen Ort gebracht werden“, so der Gesundheitsexperte. Der Oberkörper sollte erhöht gelagert und der Kopf mit nassen Tüchern gekühlt werden. Dabei ist die wiederholte Kontrolle von Bewusstsein, Atmung und Lebenszeichen wichtig. „Im Zweifel auf Nummer sicher gehen und den Notruf 112 wählen“, rät Haller.

 

Bei Arbeit in großer Hitze oder bei sportlichen Wettkämpfen besteht die Gefahr einer Herzschädigung. Die Körpertemperatur kann, gerade beim Tragen von Schutzausrüstung oder bei hoher Luftfeuchtigkeit, schnell ansteigen. Auch das kann zu einem Hitzschlag führen. Dann kann es, in Verbindung mit körperlicher Belastung, zur Bewusstlosigkeit kommen. Erste Anzeichen für einen Hitzenotfall können Kreislaufprobleme, ein plötzlicher Kreislaufkollaps aber auch Muskelkrämpfe sein. Kalte Umschläge und eine kühle Apfelschorle sind geeignete Sofortmaßnahmen. Durch das Öffnen zu enger Kleidung kann ein Wärmestau vermieden werden.

 

Mindestens zwei Liter Wasser oder ungesüßte Früchtetees sollten an heißen Sommertagen getrunken werden. Patienten mit Herzschwäche und bestimmten Nierenerkrankungen sollten mit ihrem Arzt die tägliche Trinkmenge besprechen. „Da bei älteren Menschen oft das Durstgefühl verloren geht, sollten wir auf sie besonders achten“, rät Tobias Haller. Der Flüssigkeitsverlust kommt häufig vor. Allein im Ortenaukreis wurden im letzten Jahr fast 2.400 AOK-Versicherte wegen Volumenmangel, so der medizinische Fachausdruck, stationär behandelt. Wichtig sei auch zu wissen, dass bestimmte Medikamente entwässernd wirken und das Alkohol zu vermehrtem Flüssigkeitsverlust führt.

 

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