AOK sieht Chancen für Krankenhausreform: Umstrukturierungsprozesse unausweichlich - Patienten und nicht Protest in den Mittelpunkt stellen

Die AOK unterstützt nachdrücklich die Ziele des anstehenden Reformgesetzes zu den Krankenhausstrukturen. Laut AOK gehöre nicht erneut Protest gegen Berliner Vorhaben sondern die Patienten in den Mittelpunkt. „Insgesamt müssen wir die sich bietende Chance des Gesetzes erkennen und endlich damit anfangen, den erforderlichen Umbau der Krankenhausstrukturen anzugehen. Die Patienten erwarten im Krankenhaus Qualität in Medizin und Betreuung. Um beides dauerhaft sicherzustellen, sind Umstrukturierungen unausweichlich“, so Roland Beierl, Geschäftsführer der AOK – Die Gesundheitskasse Bodensee-Oberschwaben.

Datum: 08.09.2015 / Kategorie: Krankenhäuser

Region Bodensee-Oberschwaben

In der Krankenhauslandschaft sieht die AOK derzeit vor allem Strukturen der Über-, Unter- oder Fehlversorgung, in denen sich die guten Absichten bisher verfangen hätten. Solche ineffizienten Strukturen fortzuführen und Gelder weiterhin per Gießkanne zu verteilen, könne sich das Gesundheitswesen nicht noch weiter erlauben. Roland Beierl: „Weitblick ist jetzt gefragt und dieser wird durch das Gesetz befördert, weil es dem gezielteren Einsatz der Finanzmittel für eine bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Krankenhauslandschaft Vorfahrt gibt.“

Die Einführung von Qualitätsstandards und verbindlichen Planungskriterien für Krankenhausstrukturen sei richtig und jeder Versuch des Auflockerns, wie von der Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) angestrebt, gehe in die völlig falsche Richtung.

Die AOK steht für Direktverträge mit Krankenhäusern bereit: „Damit wird der Krankenhaussektor endlich aus der wettbewerbsfreien Zone entlassen. Allerdings: Unser Wille alleine macht noch keinen Vertrag“, so der AOK-Geschäftsführer weiter. Im Gesetz seien viel zu lange zeitliche Vorgaben für die Umsetzung solcher innovativen Vertragskonzepte vorgesehen, was das Ganze auf Jahre hinaus verzögere.

Den im Gesetzentwurf vorgesehenen Strukturfonds sieht die AOK zudem als richtungsweisend an. Die Länder würden in die finanzielle Mitverantwortung genommen und Investitionsentscheidungen werden im Einvernehmen mit den Krankenkassen getroffen. Bei allen guten Ansätzen im Gesetzesvorhaben sind laut AOK finanzielle Mehrbelastungen ebenso unausweichlich: Konservativen Schätzungen zufolge führe die Reform bis 2020 zu Mehrbelastungen der Gesetzlichen Krankenversicherung in Höhe von über vier Milliarden Euro. Diese erneute Subventionierung dürfe laut Roland Beierl nicht durch das Einknicken vor Lobbyforderungen völlig nutzlos werden.

Im Jahr 2015 erhalten die Krankenhäuser in Baden-Württemberg über 8 Milliarden Euro von den Krankenkassen – mit über 3,6 Milliarden Euro finanziert die AOK Baden-Württemberg dabei den weitaus größten Anteil.

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