AOK-Statistik für den Landkreis Konstanz: Zahl der jugendlichen Komatrinker sinkt

Im vergangenen Jahr wurden 151 AOK-versicherte Personen wegen Alkoholmissbrauch in Krankenhäuser des Landkreises eingewiesen – davon 44 Frauen. Im Vergleich mit dem Mittelwert von 2008 bis 2015 ist das ein Rückgang um 22 Prozent. Erfreulich auch, dass immer weniger Jugendliche zur Flasche greifen.

Datum: 16.05.2017 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Konstanz

Im Frühjahr, wenn die Sonne scheint und die Temperaturen steigen, zieht es die Menschen in die Natur zu Maifesten, Wanderungen, Vatertagsausflügen, Bierhocks und anderen geselligen Runden. Oftmals fließt dabei auch reichlich Alkohol. So kam es in den Monaten April, Mai und Juli des vergangenen Jahres zu den meisten alkoholbedingten Krankenhauseinweisungen im Landkreis, wie die AOK Hochrhein-Bodensee feststellt. Mehr Einweisungen gab es nur an den närrischen Tagen.

 

Im Landkreis Konstanz zählte die AOK im vergangenen Jahr 151 Personen aller Altersgruppen, die stationär wegen akuter Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus aufgenommen wurden – davon 44 Frauen und 107 Männer. „Das ist der mit Abstand niedrigste Wert seit Jahren“, sagt Rüdiger Both, Leiter des AOK-Gesundheitszentrums in Konstanz. Von 2008 bis 2015 lag der Mittelwert um 22 Prozent höher. Damit folgt der Landkreis einem landesweiten Trend. Die Statistik zeigt auch, dass die Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen mit über 15 Prozent aller Fälle besonders stark beteiligt ist. Dennoch nimmt die Zahl der Einweisungen jugendlicher Komatrinker deutlich ab. „Offensichtlich werden die meisten Menschen mit zunehmendem Alter vernünftiger und können mit dem Thema Alkohol verantwortungsvoller umgehen“, vermutet der Gesundheits­experte. „Oder Komatrinken ist einfach aus der Mode gekommen.“

 

Trotz dieser erfreulichen Entwicklung sieht die AOK keinen Grund zur Entwarnung. Nach wie vor sei der Umgang mit Alkohol ein großes gesellschaftliches Problem. „Wir sehen zwar, dass die Prävention greift, dürfen aber bei unseren Präventionsbemühungen nicht nachlassen“, betont Rüdiger Both. „Nur so können wir dazu beitragen, dass Jugendliche eine gesunde Einstellung zu Alkohol erfahren.“ Studien zeigen, dass Eltern eine entscheidende Rolle dabei spielen. Gerade Kinder abhängiger Eltern sind besonders gefährdet. Ihr Risiko, selbst und meist sehr früh abhängig zu werden, sei deutlich erhöht.

 

Im letzten Jahr hat die AOK Baden-Württemberg knapp sechs Millionen Euro für alkoholbedingte Krankenhauseinweisungen ausgegeben, davon fast elf Prozent für die 15- bis 19-Jährigen.

 

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