AOK-Statistik für den Landkreis Rastatt: Psychische Auffälligkeiten bei 15 Prozent aller Minderjährigen

Die Prävalenz psychischer Erkrankungen unter Versicherten im Alter zwischen 0 und 17 Jahren ist im Landkreis Rastatt in den letzten Jahren kontinuierlich um rund vier Prozent angestiegen.

Datum: 01.10.2020 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Rastatt

Mit einer nachdenklich stimmenden Statistik möchte die AOK Mittlerer Oberrhein anlässlich des Internationalen Tags der Seelischen Gesundheit am 10. Oktober für das Thema sensibilisieren und auf die Einhaltung der Vorsorge-Untersuchungen gerade auch im Jugendalter hinweisen.

 

Im Landkreis Rastatt waren im Jahr 2018 15,1 Prozent aller minderjährigen AOK-Versicherten wegen einer psychischen Erkrankung in ambulanter oder stationärer Behandlung. Der Landesdurchschnitt lag mit 16,8 Prozent etwas höher. „Wir sprechen hier von 1.769 Kindern und Jugendlichen aus dem Landkreis, vier Jahre zuvor zählten wir 1.432 Betroffene“, veranschaulicht Harald Röcker den Anstieg. „Zu den psychischen Erkrankungen zählen auch Entwicklungsstörungen, die wiederum häufige Erkrankungen mit geringem Krankheitswert enthalten wie etwa Lese- oder Rechtschreibschwäche“, erläutert der Geschäftsführer der AOK Mittlerer Oberrhein. Dies könne die hohe Rate erklären, die in der Altersgruppe der Grundschüler teilweise sogar bis auf 30 Prozent ansteige.

 

„Fast die Hälfte aller psychischen Erkrankungen beginnen während der Pubertät, in drei von vier Fällen liegt der Krankheitsbeginn vor dem 25. Lebensjahr“, so Röcker. „Zu den häufigsten Diagnosen zählen unter anderem ADHS, soziale Verhaltensstörungen und auch Ess-Störungen. Weil bei Kindern und Jugendlichen die Grenzen nicht leicht zu erkennen sind, wann ein ärztlicher Beratungs- und Behandlungsbedarf entsteht, ist die Einhaltung der Vorsorge-Untersuchungen gerade auch im Jugendalter beim Kinder- und Jugendarzt sehr wichtig.“ Laut AOK-Statistik waren im Jahr 2019 im Landkreis Rastatt außerdem 33,2 Prozent aller Erwachsenen wegen einer psychischen Erkrankung in Behandlung.

 

Foto: AOK-Mediendienst

 

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