AOK und Projekt HaLT stellen aktuelle Zahlen über Alkoholvergiftungen vor - (Komatrinken) Rauschtrinken im Landkreis Lörrach leicht rückläufig

109 Personen aus dem Landkreis Lörrach wurden nach der Statistik der AOK Hochrhein-Bodensee im vergangenen Jahr wegen Alkoholvergiftung in einer Klinik behandelt. Dies sind etwas weniger als im Mittel der Jahre 2007 bis 2012 (112 Personen). Diese Zahlen beziehen sich auf AOK-Versicherte, die in der Region etwa die Hälfte der Einwohner ausmachen.

Datum: 16.12.2014 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Lörrach

Damit liegt der Landkreis ziemlich genau im Landestrend. In ganz Baden-Württemberg ist die Zahl der Einlieferungen in Krankenhäusern nach Alkoholexzessen bei AOK-Versicherten um 7 Prozent gesunken. Auffällig ist, dass weniger Männer mit Alkoholvergiftung in die Kliniken eingeliefert werden. „Insgesamt sagen uns die Zahlen, dass die Alkoholvergiftungen (das ‚Phänomen‘ Komatrinken) in den Jahren 2010/2011 einen Höchststand hatte und seitdem rückläufig ist“, sagt Dietmar Wieland, Geschäftsführer der AOK-Bezirksdirektion Hochrhein-Bodensee.

Im Jahr 2013 wurden 58 Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung im St. Elisabethen Krankenhaus in Lörrach behandelt (2012: 70; 2011: 77). „Knapp 60 Prozent der Jugendlichen waren unter 16 Jahren. Das zeigt uns, wie wichtig die Einhaltung des Jugendschutzes ist. Denn jede Flasche Alkohol, die in die Hände von Minderjährigen gelangt, geht durch die Hände von Erwachsenen“, sagt Peter Eichin, neuer Geschäftsführer der Villa Schöpflin.

„Der rauschhafte Alkoholkonsum ist in jungen Jahren besonders schädlich. In diesem Alter kann der Alkohol nur sehr langsam abgebaut werden. Daher führen bereits geringe Mengen zu schweren Schädigungen und Vergiftungen“, meint der AOK-Chef.

Bei HaLT geht es einerseits darum, auf kommunaler Ebene für den Jugendschutz und einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol zu sensibilisieren, andererseits wird Jugendlichen nach einer Alkoholvergiftung und deren Eltern noch im Krankenhaus Beratung angeboten. „Uns ist es wichtig, die Familien in solch einer Situation zu unterstützen. Viele Jugendliche sind sehr unerfahren und überschätzen sich im Umgang mit Alkohol oder wollen ihre Grenzen austesten“, sagt Peter Eichin. Ein Jugendlicher fasst seine Erfahrung im Krankenhaus folgendermaßen zusammen: „Vielen Dank, dass sich alle Leute so nett um mich gekümmert haben und für mich und meine Familie da waren. Ich hoffe, dass so etwas nie mehr passiert“.

Die AOK Baden-Württemberg hat für die stationäre Behandlung der Alkoholisierten im vergangenen Jahr landesweit 6,1 Millionen Euro ausgegeben. Das sind durchschnittlich etwa 855 Euro pro Patient.

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