AOK vergibt Preis - Kofrányi-Preis für den Bertha-Benz-Schüler Calogero Quaranta

Für die beste Abiturleistung im Fach "Ernährungslehre mit Chemie" wurde Calogero Quaranta von der Bertha-Benz-Schule Sigmaringen mit dem Kofrányi-Preis ausgezeichnet.

Datum: 05.10.2016 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Sigmaringen

Der von der AOK gestiftete Preis wird jährlich an allen beruflichen Gymnasien mit ernährungswissenschaftlicher Ausbildung vergeben. Überreicht wurde er von der AOK – Die Gesundheitskasse Bodensee-Oberschwaben durch Susanne Seifried. Der Gewinner freute sich sehr über die Auszeichnung, die neben einer Urkunde auch mit einem Büchergutschein in Höhe von 125 Euro dotiert ist.

Info: Ernst Kofrányi (1908 bis 1989), der Namensgeber des Preises, stammt aus einer deutsch-ungarischen Arztfamilie. Im Zentrum seiner Arbeit als Chemiker standen ernährungswissenschaftliche Problemstellungen.

Dr. Ernst Kofrányi

Leben und Werk

Ernst Kofrányi wurde am 27. Dezember 1908 in Proßmeriz bei Znaim/Südmähren geboren. Er entstammt einer deutsch-ungarischen Arzt-Familie. Kindheit und Jugend verlebt er in Ölmütz. Nach der Matura (Abitur) studiert er Chemie an der damaligen Deutschen Technischen Hochschule Brünn.

Als Diplomingenieur arbeitete er an der damaligen Deutschen Technischen Hochschule in Prag unter Prof. Ernst Waldschmidt-Leitz an seiner Doktorarbeit, deren Titel lautete: "Zur Konstitutionsermittlung des Clupeins".

Ab Januar 1939 war Dr. Kofrányi Assistent bei Prof. Dr. Heinrich Kraut an der ernährungsphysiologischen Abteilung des Kaiser-Wilhelm-Instituts (später Max-Planck-Institut) für Arbeitsphysiologie in Dortmund. Ernährungswissenschaftliche Problemstellungen wurden das Zentrum der wissenschaftlichen Arbeit Kofrányi`s.

Sein Hauptwerk wurde die Erforschung des Proteinumsatzes beim Menschen. Diese Arbeiten liefern die bis heute sichersten Daten über die biologische Wertigkeit von Proteinen und Proteingemischen. Durch langfristige Untersuchungen am Menschen (viele Selbstversuche) wurde der minimale Bedarf verschiedener Eiweißarten zur Aufrechterhaltung einer ausgeglichenen Stickstoffbilanz des Menschen ermittelt und die Ergänzungswirkung von Proteingemischen getestet. Es wurde festgestellt, dass nicht * wie bislang vermutet * die limitierende Aminosäure die Ausnutzbarkeit eines Proteins bestimmt, sondern dass es entscheidend auf das Verhältnis der einzelnen Aminosäuren und auf die für die Transaminierung verfügbare Stickstoffmenge ankommt. Diese Arbeiten sind besonders wichtig für die Behandlung von Nierenerkrankungen (Kartoffel-Ei-Diät) und die Verbesserung der Ernährungssituation in Entwicklungsländern.

1960 erschien sein Buch "Einführung in die Ernährungslehre", das inzwischen schon viele Auflagen erreicht hat. Ein Buch, das zwischen einem leicht verständlichen Leitfaden und rein wissenschaftlichen Lehrbüchern steht. Kofrányi`s Arbeiten sind geprägt von Einfallsreichtum, Problemlösungen und einer zur Perfektion ausgefeilten Versuchstechnik. Er war ein disziplinierter und leidenschaftlicher Arbeiter, ein kompromisslos um Klarheit ringender Forscher, ein humorvoller und liebenswerter Naturfreund, der neben der naturwissenschaftlichen Arbeit die Muße fand, reich illustrierte, phantasievolle Märchenbücher für seine Enkel zu schaffen.

Die großen Verdienste von Ernst Kofrányi sind allgemein anerkannt und fanden in vielen Ehrungen ihren Ausdruck. 1983 wurde er Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und der Österreichischen Gesellschaft für Ernährungsforschung. Herr Kofrányi verstarb im Juli 1989 in seiner Wahlheimat im Bayrischen Wald. Mit Recht gilt er als "Klassiker", dessen Werk das Gebäude der Ernährungswissenschaft mitgestaltet hat.

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Thomas Müller

Pressesprecher

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