AOK warnt: Erkältungs- und Grippesaison startet

Frühzeitige Influenza-Impfung ist eine wichtige Schutzmaßnahme. 2019 waren in der Region Ostwürttemberg 51.853 Versicherte wegen Erkältungskrankheiten in Behandlung.

Datum: 30.09.2020 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Ostwürttemberg

Schwäbisch Gmünd, Heidenheim, Aalen, 30.09.2020. - Mit dem Beginn der kalten Jahreszeit steigen auch die Zahlen der Erkältungskrankheiten. Dazu zählt sowohl der normalerweise harmlose grippale Infekt als auch die Influenza (Grippe), die in der Regel einen deutlich schwereren Verlauf nimmt. Der Anstieg der Erkältungskrankheiten im Winter ist auf die schlechtere Luft in Innenräumen zurückzuführen, da diese die Schleimhäute austrocknet, die somit anfälliger für Viren und Bakterien werden. Erkältungsviren verbreiten sich vor allem über Tröpfchen: Beim Niesen oder Husten werden viele winzige virushaltige Tröpfchen in die Luft versprüht, die sich unter anderem auch auf Türklinken, Computer-Tastaturen oder U-Bahn-Haltegriffen ablagern können. Beim Anfassen gelangen die Viren an die Hände und von dort leicht weiter an Nase oder Mund. „Ebenso wie für das Corona-Virus gelten für herkömmliche Erkältungskrankheiten die Regeln: regelmäßiges Lüften, Abstand halten, ausgiebiges Händewaschen und eine Alltagsmaske tragen“, weiß Hans-Joachim Seuferlein, Geschäftsführer der AOK Ostwürttemberg.

„In den ersten Tagen ist es für Betroffene nicht möglich, zu unterscheiden, ob sie an Covid-19 oder einer Erkältung erkrankt sind. Die Symptome zwischen den Erkrankungen sind teilweise unspezifisch, aber auch teils ähnlich. Beide können zum Beispiel mit Halsschmerzen und Husten einhergehen. Auch kann der für Covid-19 beschriebene Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns auch bei einer gewöhnlichen Erkältung vorkommen, erklärt AOK-Ärztin Dr. Leslie A. Trautrims-Michelitsch. „Im Vergleich von Covid19 und einer Erkältung existieren auch keine typischen Symptom-Kombinationen. Bei Covid-19 sind tendenziell starker trockener Husten und hohes Fieber vorrangig, Begleiterscheinungen wie, Kopf- und Glieder- oder Bauchschmerzen eher selten.“


Gerade während Corona-Pandemie wichtig

Die Grippe- und Erkältungszahlen einzudämmen, ist in diesem Herbst und Winter von großer Bedeutung. „Wenn die Grippewelle mit einer zweiten Covid19-Welle zusammentrifft, droht eine Überlastung des Gesundheitssystems“, erklärt Hans-Joachim Seuferlein. Das würde bedeuten: noch mehr Testungen, belegte Krankenhausbetten und Intensivstationen sowie einen Anstieg an Personen in Quarantäne. Trotzdem mahnt Seuferlein: „Auch Personen, die momentan aufgrund der Corona-Pandemie Arztbesuche meiden, sollten sich bei Grippe-Symptomen in Behandlung begeben.“

 

Jetzt Termin für Grippeschutzimpfung machen

Ein wichtiges Hilfsmittel, um der Influenzawelle frühzeitig entgegenzuwirken, ist die Grippeschutzimpfung. „Vor allem gefährdete Personen sollten gegen die Grippe geimpft werden, da diese bei Risikogruppen einen schweren Verlauf nehmen kann“, so

Hans-Joachim Seuferlein. Bisher ist die Impfquote allerdings völlig unzureichend: In der Altersgruppe ab 60 Jahren liegt die Impfquote bei gerade mal 35 Prozent. Auch bei Personen mit chronischen Grunderkrankungen haben sich bislang nur 20 bis 50 Prozent immunisieren lassen. Für Pflegepersonal, Ärzte und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen ist die Impfung ebenfalls sinnvoll. „Die Kosten der Grippeschutzimpfung für die genannten Gruppen tragen selbstverständlich die Gesetzlichen Krankenversicherungen“, erklärt Hans-Joachim Seuferlein.

 

Die Lage in der Region

In Baden-Württemberg haben sich im Jahr 2019 insgesamt 1.381.590 AOK-Versicherte wegen Erkältungskrankheiten ärztlich behandeln lassen. In der Region Ostwürttemberg waren es 51.853 Versicherte, 26.782 Frauen, 25.0721 Männer.

Im Ostalbkreis 35.471 Versicherte,18.433 Frauen, 17.038 Männer. Im Landkreis Heidenheim 16.382 Versicherte, 8.349 Frauen und 8033 Männer.

Kleine Kinder sind am stärksten betroffen: Sie erkranken doppelt so häufig wie Erwachsene. Da nicht jeder, der an einem grippalen Infekt erkrankt, einen Arzt aufsucht, liegt die Dunkelziffer deutlich höher. Auch im Fehlzeiten-Report der AOK Ostwürttemberg des ersten Halbjahres 2020 zeigt sich die Tragweite von Erkältungskrankheiten: Mit 27,1 Prozent machen Atemwegserkrankungen den höchsten Anteil an Arbeitsunfähigkeitsfällen aus.

 

www.116117.de/media/sp/Infografik_Unterschiede_Covid2_mit_Heuschnupfen_116117.pdf

 

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