AOK warnt vor Erkältungen - Risiko bei kaltem Wetter steigt - Grippeimpfung – kleiner Pieks mit großer Wirkung

Nach dem warmen Herbst sollen in der kommenden Woche die ersten Wintertage kommen. „Bei dem kalten Schmuddel-Wetter steigt die Gefahr einer akuten Infektionen der oberen Atemwege“, warnt Edo Jastram, Leiter des AOK-Gesundheitszentrums in Lörrach und weist auf das vergangene Jahr hin: „Im ersten Quartal 2013, also von Januar bis März, waren ungefähr zweieinhalb Mal mehr Versicherte betroffen als im dritten Quartal, von Juli bis September.“

Datum: 01.12.2014 / Kategorie: Gesundheitstipps

Lörrach

Nach Untersuchungen der AOK seien im Landkreis Lörrach im vergangenen Jahr 16.998 AOK-Versicherte wegen Infektionen der oberen Atemwege in ambulanter oder stationärer Behandlung gewesen. „Das sind fast 3.000 Fälle mehr als in den Vorjahren“, rechnet Jastram vor. Insgesamt jeder Dritte war im vergangenen Jahr mindestens einmal erkältet!“ Im Jahr 2012 sei lediglich etwa jeder vierte Versicherte betroffen gewesen.

Zur Gruppe der akuten Infektionen der oberen Atemwege gehören unter anderem Erkältungsschnupfen, akute Nasennebenhöhlenentzündungen, akute Entzündungen des Halses oder Rachens, akute Mandelentzündung, akute Entzündung von Kehlkopf oder Luftröhre und der bekannte sogenannte ‚Grippale Infekt‘. „Die tatsächliche Häufigkeit der Krankheiten dürfte höher sein“, vermutet Edo Jastram. „Denn erfasst werden von uns nur Versicherte, die wegen ihrer Erkrankung auch tatsächlich zum Arzt gehen.“ Der Schwerpunkt der Erkrankungen liege bei Kindern und Jugendlichen. Mit zunehmendem Alter nehme die Anfälligkeit ab.

„Jetzt ist auch die beste Zeit für eine Grippeschutzimpfung. Richtig geschützt ist man dann zwei Wochen später“, sagt der Gesundheitsexperte. Eine Impfung sei prinzipiell für jeden sinnvoll. Doch vor allem auch Kinder und junge Erwachsene mit einem Immun-Defekt oder einer chronischen Krankheit wie beispielsweise Asthma oder Diabetes seien besonders gefährdet und sollten sich auf jeden Fall impfen lassen. „Für diese Patienten kann die Impfung genau wie für ältere Menschen lebensrettend sein, denn die Grippeviren belasten das Immunsystem derart, dass es anfällig wird für weitere Krankheitserreger“, meint der Gesundheitsexperte. „So kann es zu schweren Folge-Erkrankungen kommen.“ Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Schutzimpfung auch für Schwangere ab der 13. Schwangerschaftswoche, um Komplikationen auszuschließen.

„Zur Vermeidung eines durch Schnupfenviren ausgelösten Erkältungsschnupfens ist es ratsam, sich nach einem engen Kontakt mit verschnupften Menschen die Hände zu waschen, ausreichend zu trinken, viel frisches Obst und Gemüse zu essen und sich regelmäßig an der frischen Luft zu bewegen“, rät Jastram. Zu den häufigsten Virenüberträgern gehören Türklinken und Haltegriffe in öffentlichen Verkehrsmitteln. Diese sollten nach Möglichkeit nicht mit der Fingerspitze berührt werden, weil man sich damit häufig ins Gesicht fasst und dadurch die Viren überträgt.

„Wenn Schmerzen bei der Atmung auftreten, sollten Betroffene auf jeden Fall zum Arzt gehen“, warnt Jastram. „Er kann dann abschätzen, ob es sich nicht vielleicht sogar um eine Lungenentzündung handelt.“ Auch wer über plötzlich sehr hohes Fieber mit über 40,5 Grad Celsius oder über Fieber klage, das länger als einen Tag anhält, solle zum Arzt gehen.

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