AOK weist auf Alkoholmissbrauch hin – Präventionsmaßnahmen greifen

Langes Erster Mai-Wochenende, Vatertag und Maifeste in vielen Gemeinden – jetzt gibt es wieder viele Gelegenheiten für ein gemütliches Beisammensein in geselliger Runde. Im Monat Mai kommt es landesweit zu einer Häufung von Alkoholvergiftungen, teilt die AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg mit.

Datum: 27.04.2015 / Kategorie: Krankenstand

Rottweil

Dass Feiern nicht im Vollrausch enden müssen, wurde den Menschen im Landkreis Rottweil in den letzten Jahren offenbar zunehmend bewusst. „Im gesamten letzten Jahr wurden 75 männliche Personen aller Altersgruppen stationär wegen akuter Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus aufgenommen“, sagt Klaus Herrmann, Geschäftsführer der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg. Das sind fast gleich viele wie 2013 (74 männliche Personen), aber weiterhin weniger als in den Jahren 2007 bis 2010. Damals verzeichnete die AOK noch jährlich um die 90 stationäre Aufnahmen. „Das Phänomen ‚Komatrinken‘ hat wohl seinen Höchststand überschritten“, freut sich AOK-Chef Herrmann. „Offenbar greifen die Präventionsmaßnahmen von Krankenkassen, Kommunen, Polizei und privaten Einrichtungen. Ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol setzt sich zunehmend durch.“

Besonders erfreulich ist, dass laut AOK auch bei männlichen Jugendlichen weiterhin relativ wenige Alkoholvergiftungen auftreten. Lediglich neun junge Männer im Alter von 15 bis 19 Jahren mussten 2014 stationär behandelt werden. Das ist zwar eine Person mehr als 2013, aber weiterhin weniger als in den Vorjahren. Der Höchststand war 2010 mit 20 Personen zu verzeichnen. „In diesem Alter ist ein

Alkoholrausch besonders schädlich“, erklärt Herrmann. „In jungen Jahren kann der Alkohol nur sehr langsam abgebaut werden, daher führen bereits geringe Mengen zu schweren Schädigungen und Vergiftungen.“

Ein Wermutstropfen ist, dass bei den Frauen die Zahl der Alkoholvergiftungen weitgehend konstant geblieben ist. Im vergangenen Jahr wurden 38 weibliche Personen aller Altersgruppen aus dem Landkreis stationär behandelt. Diese Zahl bewegt sich im Schnitt der Vorjahre. Insgesamt müssen Frauen deutlich seltener wegen Vollrausch in ein Krankenhaus als Männer. Im Alter von 15 bis 19 Jahren wurden 2014 nur vier Mädchen und junge Frauen stationär behandelt, so wenige wir noch nie seit Beginn der Beobachtung im Jahr 2007.

Für Herrmann ist jeder Fall einer zu viel: „Daher sollten wir weiterhin in unseren Präventionsmaßnahmen nicht nachlassen. Gerade junge Leute dürfen sich nicht durch falsche Rollenvorbilder beirren lassen. Cool ist, wer einen kühlen Kopf behält.“

Die AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg unterstützt die Arbeit der kommunalen Suchtberatung im Landkreis. Zusätzlich berät der Soziale Dienst der AOK präventiv bei Gefahr von Alkoholmissbrauch. Bei der AOK sind über die Hälfte der Menschen im Landkreis versichert.

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