Arbeitsplätze gesundheitsbewusst gestalten

Arbeit und Gesundheit sind eng miteinander verbunden. Lärm, langes Sitzen, schlechte Beleuchtung oder auch psychische Belastungen im Betrieb können krank machen. Das Wohlbefinden ihrer Beschäftigten ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen. Viele Firmen der Region fördern deshalb aktiv die Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Die Kernfragestellung ist: Wie müssen Gebäude, Arbeitsplätze und -abläufe gestaltet sein, damit Mitarbeiter langfristig motiviert, gesund und leistungsfähig bleiben?

Datum: 30.09.2019 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Heilbronn-Franken

Laut AOK-Statistik sind seit 2006 die krankheitsbedingten Ausfalltage je Versichertem um ein Drittel angestiegen. Der Anteil der AOK-versicherten Beschäftigten, die sich im ersten Halbjahr 2019 einmal oder mehrfach krank meldeten, betrug in Heilbronn-Franken 49,8 Prozent. Die durchschnittliche Krankheitsdauer pro Fall lag bei 9,8 Kalendertagen. Die Bertelsmann Stiftung errechnete 75 Milliarden Euro Verlust pro Jahr für die deutsche Volkswirtschaft durch krankheitsbedingte Fehltage und Fehlleistungen.

 

Während Maßnahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) in vielen Unternehmen schon seit Jahren umgesetzt werden, rückt nun auch die gesundheitliche Optimierung bei Neubauten von Firmengebäuden und der Ausstattung von Büroräumen in den Fokus.

 

Liane Pöhlmann, BGM-Koordinatorin der AOK Heilbronn-Franken: „Im modernen, nachhaltigen Büro ist nicht die Entlastung, sondern im Gegenteil mehr Bewegung das Gebot für die Konzeption und Planung gesunder Büroarbeitswelten.“

 

Die Förderung körperlicher Aktivitäten durch entsprechend gestaltete Raumprogramme, hat direkte, positive Auswirkungen auf die physiologische und psychologische Mitarbeitergesundheit sowie die betriebliche Performance.

 

 

 

Das beginnt bei mehr Bewegung am Schreibtisch – etwa durch dreidimensionale Bürostühle - führt über Besprechungen und Telefonieren im Stehen sowie körperliche Aktivierung bei Workshops und Seminaren bis zur beschränkten Aufzugsnutzung. Dies alles sollte bei der Planung von Gewerbeimmobilien berücksichtigt werden.

 

Ein wesentlicher Teil der Fehlzeiten ist Rückenproblemen geschuldet. Deshalb ist die Ergonomie bei der gesundheitsorientierten Gestaltung von Büroräumen ein zentraler Baustein. Liane Pöhlmann: „Bürostühle sollten dynamisches Sitzen – einen fließenden Wechsel zwischen vorderer, mittlerer und hinterer Sitzposition – ermöglichten. Die Rückenlehne sollte den gesamten Rücken stützen, aber nach hinten verstellbar sein.

 

Die Sitzhöhe so einstellen, dass im Kniegelenk ein rechter Winkel entsteht, wenn beide Füße auf dem Boden stehen. Die Sitzhöhe sollte verstellbar sein (42-53 cm). Bei Bedarf kann eine Fußstütze verwendet werden.

 

Bein- und Fußraum sollten frei sein, um Beine und Füße je nach Tätigkeit und Belieben in eine andere Position bringen zu können.  Der Tisch sollte auf Höhe der Ellenbogen eingestellt werden. Der Oberarm entspannt nach unten hängen. Im Ellenbogengelenk entsteht ein 90° Winkel. Die Aufstellung des Bildschirms sollte sich nach dem Benutzer richten. Die oberste lesbare Zeile sollte unterhalb der waagrechten Blickline sein. Der Abstand zwischen Auge und Bildschirm sollte 50-100 cm betragen“.

 

Bei der Beschaffung von neuen Büromöbeln sollten diese ergonomischen Grundvoraussetzungen berücksichtigt werden. Ganz wesentlich sei jedoch: „Ergonomisches Sitzen kann Bewegung nicht ersetzen!“ Hier setzen neuartige Sitzkonzepte an, die häufige und vielfältige Bewegungen fördern. Im Verständnis von Bürogebäuden als Bewegungsräumen liegt einer der wichtigsten Schlüssel für motivierende und nachhaltige Gesundheitsförderung.

 

Bei der Bauplanung von Unternehmen sollten aber auch innovative Lichtkonzepte, Klimatechnik und Gesundheitsbelastungen durch toxische Schadstoffe berücksichtigt werden – alle dies wirkt unmittelbar auf das Wohlbefinden der Beschäftigten ein.

 

 

 

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Dr. René Schilling

Pressesprecher

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