Arbeitsunfähigkeit: Landkreis Rottweil gesünder als der Durchschnitt – psychische Erkrankungen steigen

Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Landkreis Rottweil waren im vergangenen Jahr seltener krank als im Bundesdurchschnitt. Dies ergibt eine aktuelle Auswertung der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg über die krankheitsbedingten Fehlzeiten der bei der Krankenkasse versicherten Beschäftigten.

Datum: 17.03.2017 / Kategorie: Krankenstand

Landkreis Rottweil

„In den Betrieben im Landkreis Rottweil gab es rund zehn Prozent weniger Arbeitsausfälle wegen Krankheit als im deutschen Durchschnitt“, erklärt Myriam Garten, Expertin für Betriebliches Gesundheitsmanagement bei der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg. 42 Prozent der Beschäftigten im Landkreis waren 2016 sogar nie krankgeschrieben.

 

Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Krankenstand im Landkreis nicht verändert und liegt weiterhin bei 4,8 Prozent. Allerdings gibt es teilweise deutliche Verschiebungen bei den Krankheitsgruppen. So ist die Anzahl der Krankschreibungen wegen Atemwegserkrankungen sechs Prozent geringer als im Vorjahr. „Das lag vor allem am relativ milden Winter Anfang 2016. Zu spüren war dies besonders im Februar, als die krankheitsbedingten Fehlzeiten in den Betrieben fast ein Fünftel unter denen des Vorjahreszeitraums blieben“, so AOK-Expertin Garten.

 

Anders sieht es bei Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen aus. Diese haben laut AOK im vergangenen Jahr um sieben Prozent zugenommen. Das sei besonders bedenklich, meint Garten: „Eine Erkältung geht mehr oder weniger schnell vorbei, psychische Erkrankungen haben aber oft einen längeren Verlauf.“ Das zeigt sich auch im Landkreis: Psychische Leiden machen laut AOK nur fünf Prozent aller Krankschreibungen aus, sind aber für zwölf Prozent aller Fehltage verantwortlich. Lässt sich etwas gegen diesen Trend tun? Ja, sagt die AOK-Expertin: „Viele finden das überraschend, aber man kann seine psychische Widerstandsfähigkeit gegen Stressbelastungen trainieren. So wie man beispielsweise als Produktionsmitarbeiter lernt, schwere Gegenstände rückenschonend zu heben, genauso kann man sich auch Techniken zum Umgang mit psychischen Belastungen aneignen. Selbstachtsamkeit heißt die Strategie.“ Damit können stressbedingte psychische Erkrankungen vermieden werden, bevor sie überhaupt entstehen.

 

Viele Unternehmen reagieren bereits und unterstützen ihre Beschäftigten nicht nur mit Präventionsangeboten für die körperliche, sondern auch für die psychische Gesundheit, so Garten: „Führungskräfte nehmen dabei eine entscheidende Rolle ein. Denn bei ersten konkreten Anzeichen einer gesundheitsgefährdenden psychischen Überlastung greift die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers und damit auch der Führungskraft.“ Zusammen mit dem Mitarbeiter sollte die Führungskraft nach Lösungen suchen. „Wir unterstützen die Unternehmen im Landkreis daher nicht nur mit Stressbewältigungs-Seminaren für Beschäftigte, sondern auch speziell für Führungskräfte.“

 

Die Auswertungen zum Krankenstand beruhen auf 37.993 beitragspflichtigen Mitgliedern der AOK im Landkreis Rottweil. Insgesamt ist über die Hälfte der Bevölkerung im Landkreis bei der AOK versichert. Die AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg unterstützt jährlich fast 200 Betriebe in der Region beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement.

 

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