Asthma häufig bei Jungs und älteren Frauen

Im Landkreis Göppingen liegt die Asthmahäufigkeit der Einwohnerinnen und Einwohner bei 3,5 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) in seinem aktuellen Gesundheitsatlas Asthma. In Baden-Württemberg beträgt demnach die Asthmahäufigkeit 3,7 Prozent und liegt damit unter dem bundesweiten Durchschnitt von 4,2 Prozent. Zu den Risikofaktoren, die Asthma verursachen können, zählen allergische Erkrankungen, eine genetische Veranlagung und auch Luftverschmutzung.

Datum: 20.11.2020 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Göppingen

Genaue Zahlen stehen nun für das Jahr 2018 zur Verfügung: Demnach waren 410.000 Menschen in Baden-Württemberg an Asthma erkrankt; im Kreis Göppingen mussten rund 5.390 Versicherte medikamentös behandelt werden.

 

Bei Kindern und Jugendlichen bis 14 Jahre sind zunächst Jungen häufiger von Asthma betroffen als Mädchen. Mit zunehmendem Alter tritt die Krankheit dagegen häufiger bei Frauen als bei Männern auf. Am häufigsten sind im Südwesten sogar Frauen in der Altersgruppe 70 bis 79 Jahre betroffen (6,3 Prozent). Gründe für die Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind vermutlich anatomischer Natur. Bei Jungen sind die Bronchien häufig enger als bei Mädchen. Erst im Erwachsenenalter sind die Bronchiendurchmesser bei Männern größer als bei Frauen. Weitere Gründe für die Alters- und Geschlechtsunterschiede könnten aber auch hormonelle Einflüsse sein.

 

Selbst nach einer Diagnose von Asthma bronchiale haben die Patientinnen und Patienten gute Möglichkeiten, den Krankheitsverlauf durch die Teilnahme an einem Disease-Management-Programm (DMP) positiv zu beeinflussen. Entscheidend ist – neben der Motivation für einen gesunden Lebensstil – eine strukturierte Therapie. Das Behandlungsprogramm Curaplan Asthma bronchiale, das auch die AOK Baden-Württemberg anbietet, gewährleistet eine intensive Behandlung, regelmäßige Kontrolluntersuchungen und eine differenzierte individualisierte Therapieplanung.

 

Hinsichtlich Corona weisen erste Studienergebnisse darauf hin, dass bei einem gut kontrollierten Asthma nicht von einem erhöhten Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf ausgegangen werden kann.

 

Viele Präventionsmaßnahmen können Versicherte selbst beeinflussen. „Der Fokus sollte auf einem Rauchverzicht liegen, aber auch falsche Ernährung und infolgedessen Übergewicht können ein Asthma befördern“, sagt Jutta Ommer-Hohl, Fachbereichsleiterin Gesundheitsförderung bei der AOK Baden-Württemberg. Außerdem sollten Asthmapatienten nicht auf sportliche Aktivitäten verzichten, betont Ommer-Hohl, denn diese stärken Fitness und Belastbarkeit.

 

  • Für den Gesundheitsatlas wurde ein Hochrechnungsverfahren verwendet, das für diesen Zweck vom WIdO in Zusammenarbeit mit der Universität Trier entwickelt worden ist. Es erlaubt auf Basis der Abrechnungsdaten der AOK-Versicherten zuverlässige Aussagen zu Krankheitshäufigkeiten in der Gesamtbevölkerung bis auf die lokale Ebene.

 

 

 

 

 

Kontakt zur Pressestelle

Jörg Portius

Leiter Kommunikation/Politik

E-Mail: joerg.portius@bw.aok.de
Telefon: 0711 9399-440
Telefax: 0711 9399-160

Plochinger Straße 13
73730 Esslingen