Atemwegserkrankungen legten deutlich zu

Heilbronn, 4. März 2019. Nachdem der Krankenstand bereits im Jahr 2017 mit 5,3 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren recht hoch lag, ist er 2018 in der Region Heilbronn-Franken noch einmal um 0,1 Prozent auf 5,4 Prozent gestiegen. Damit rangierte man um 0,2 Prozent über dem Wert des Landes Baden-Württemberg von 5,2 Prozent. Ursache ist die Grippewelle, die im Frühjahr die Krankmeldungen erkennbar nach oben trieb.

Datum: 04.03.2019 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Heilbronn-Franken

Grundlage für die Angaben sind die Zahlen der AOK Heilbronn-Franken, die auf Basis der Krankheitsdaten von 240.481 Mitgliedern erstellt wurden. Damit sind mehr als 50 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Region bei der Gesundheitskasse versichert. Ihre Daten können damit höchste Repräsentativität beanspruchen.

 

 

 

Im Landkreis Heilbronn legte die Quote um 0,2 Prozent auf 5,3 Prozent, im Hohenlohekreis um 0,1 Prozent auf 5,2 zu, während sie im Stadtkreis Heilbronn auf unverändert hohen 5,6 Prozent verblieb. Dafür war dort die durchschnittliche Dauer von 9,8 Tagen (2017: 10,3) je Krankheitsfall deutlich niedriger als im Landkreis mit 10,3 (2017: 10,5) und im Hohenlohekreis mit 10,4 Tagen, was dem Vorjahr entsprach.

 

 

 

Im Main-Tauber-Kreis legte die Quote ebenfalls um 0,1 Prozent auf 5,5 Prozent zu. Stärker hingegen war der Neckar-Odenwald-Kreis betroffen, wo eine Zunahme um 0,3 Prozent auf 6,1 Prozent zu verzeichnen war. Dort gab es auch einen Spitzenwert von 11,3 Tagen je Krankheitsfall (2017: 11,4), der im Main-Tauber-Kreis bei 10,2 Tagen (2017: 10,5) lag. 

 

 

 

Im Landkreis Schwäbisch Hall blieb der Krankenstand mit 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr unverändert. Die Krankheitsdauer je Fall sank allerdings von 10,5 Tagen in 2017 auf 10,3 Tage in 2018. Ähnlich stellte sich die Situation im Ostalbkreis dar, wo die Quote ebenfalls bei 5,2 Prozent verharrte und die Krankheitsdauer je Fall sich von 10,5 auf 10,4 Tage verringerte.

 

 

 

Dass die Grippewelle Anfang des Jahres den Krankenstand deutlich nach oben trieb zeigt ein Blick auf den Jahresverlauf. Dabei wurde für ganz Heilbronn-Franken im Februar die Spitze von 7,5 Prozent erreicht. Das wurde in einem Februar zuletzt nur 2015 erreicht als ebenfalls eine Grippewelle die Region heimsuchte. Von Mitte Januar bis Ende März lag der durchschnittliche Krankenstand mit 6,6 Prozent deutlich höher als in den Vergleichsmonaten des Jahres 2017 mit 6,2 Prozent. Danach pendelte sich das Krankheitsgeschehen auf dem Niveau des Vorjahres ein.

 

 

 

Ein weiterer Vergleich mit den Zahlen des Vorjahrs verdeutlicht die Zunahme bei den Atemwegserkrankungen. 2017 entfielen auf diese 24,3 Prozent der Krankmeldungen, 2018 waren es hingegen 25 Prozent. Gleiches gilt für die Krankheitstage, von denen 2017 13,3 Prozent die Ursache Atemwegserkrankung hatten, 2018 aber 14,3 Prozent. Im vergleichenden Ranking aller Krankheitsarten, die zu Arbeitsausfällen führten, blieb die Reihenfolge unverändert. Mit einem Anteil von 22,3 Prozent liegen die Muskel- und Skeletterkrankungen vor den Atemwegsinfekten (14,3 %) und den psychischen Beschwerden mit 10,5 Prozent. Es folgen auf den weiteren Plätzen die Kategorien Verletzungen, Herz-Kreislauf und Verdauung.

 

 

 

Die Branche Energie/Wasser/Entsorgung/Bergbau hatte mit 6,4 % den höchsten Krankenstand bei den AOK-Mitgliedern. Der niedrigste Wert war im Wirtschaftszweig Land- und Forstwirtschaft mit 3,2 Prozent festzustellen. Mit 30,9 Tagen weist die Berufsgruppe Farb- und Lackiertechnik vor der spanlosen Metallbearbeitung mit 29,1 Tagen und der Chemie- und Pharmatechnik mit 29 Tagen die höchste Ausfallzeit auf. Die niedrigsten Werte gab es hingegen bei Geschäftsführern und Vorständen mit 8,4, Ärzten mit 8,2 und Führungskräften in Einkauf und Vertrieb mit 7,5 Tagen.

 

 

 

Die Frage nach dem schwachen Geschlecht ist übrigens ebenfalls eindeutig beantwortet. Über alle Altersklassen erkranken hier die Männer öfter als die Frauen. Ursache dafür ist allerdings, dass deutlich mehr Männer in handwerklichen und industriellen Betrieben beschäftigt sind, die körperlich erheblich belastender sind als etwa Tätigkeiten in den Bereichen Verwaltung, Handel und Dienstleistungen.

 

 

 

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