Bakterielle Hauterkrankungen sind bei Kindern häufig

Schwäbisch Hall. Wenn die Haut juckt, sich kleine Eiterbläschen und Schorf bilden, dann ist häufig eine bakterielle Hauterkrankung daran schuld. Impetigo contagiosa, auch Borken- oder Grindflechte genannt, betrifft vor allem Kinder. Die Erkrankung ist hoch infektiös und wenn sie bei einem Kind im Kindergarten oder der Schule auftritt, ist schnell die ganze Gruppe betroffen. Im Landkreis Schwäbisch Hall waren im Jahr 2018 insgesamt 348 AOK-Versicherte betroffen. Landesweit waren es 13.796.

Datum: 12.08.2020 / Kategorie: Gesundheitstipps

Schwäbisch Hall

Während in Baden-Württemberg die Behandlungszahlen von 2014 bis 2018 jährlich um durchschnittlich 4,1 Prozent gefallen sind, stiegen sie im Landkreis Hall pro Jahr im Schnitt um 0,6 Prozent. Waren 2014 im Landkreis noch 310 Personen betroffen, so erhöhten sich die Zahlen 2016 auf 312 Erkrankte und 2018 auf 348. AOK-Ärztin Dr. Gudula Kirtschig: „Die Ansteckung erfolgt direkt durch Kontakt mit infizierten Personen oder indirekt durch Benutzung gleicher Gegenstände durch eine Schmierinfektion.“

 

Meist dringen die Erreger in aufgekratzte oder verletzte Haut ein. Kinder mit Neurodermitis, Windpocken, Krätze oder einer geschwächten Immunabwehr sind daher besonders ansteckungsgefährdet – der Erreger kann bei ihnen leichter in den Körper eindringen. Die Zeit zwischen der Infektion mit Impetigo contagiosa und dem Auftreten der ersten Symptome beträgt zwei bis zehn Tage. Infizierte können so lange weitere Personen anstecken, wie die offenen und eitrigen Hautstellen noch nicht vollkommen abgeheilt sind.

 

In der Regel beginnt eine Borkenflechte mit einer lokalen, juckenden Hautrötung im Mund-Nasen-Bereich. Daraufhin bilden sich auf der Haut kleine Bläschen und Pusteln. Diese sind mit Flüssigkeit oder Eiter gefüllt und platzen leicht auf. Der typische honiggelbe Schorf auf der Haut bildet sich durch dieses Aufplatzen. Er tritt typischerweise in Form asymmetrischer, scharf begrenzter und rot gesäumter Krusten auf. Diese schuppen sich im weiteren Verlauf und fallen schließlich von alleine ab.

 

Die Bakterien werden durch direkten Kontakt übertragen, vor allem über verunreinigte Hände. Sie halten sich aber auch lange auf verunreinigten Handtüchern, Geschirr oder anderen Alltagsgegenständen.

 

Wie bei anderen Krankheiten gilt auch bei Impetigo contagiosa: Therapie und Prognose sind umso besser, je früher die Erkrankung entdeckt und mit der Behandlung begonnen wird.

 

„Zur Therapie der Impetigo contagiosa kommen zwei verschiedene Möglichkeiten in Betracht: In leichten Fällen kann ein örtlich anwendbares Antiseptikum die Bakterien abtöten und für einen schnellen Heilungsverlauf sorgen. In schweren Fällen reicht eine örtliche Antiseptikum-Behandlung nicht aus. Stattdessen wird ein Antibiotikum (meist Amoxicillin) verschrieben, das oral eingenommen wird,“ so Dr. Gudula Kirtschig. Um während der Therapie die Ansteckung weiterer Personen zu vermeiden, sei eine ausgeprägte Hygiene sehr wichtig: Nach jedem Kontakt mit Erkrankten die Hände gründlich mit Seife waschen: So werden die Bakterien abgetötet. Gemeinschaftseinrichtungen, wie Schulen oder Kindergärten dürfen von Betroffenen erst nach vollständiger Abheilung wieder besucht werden.

 

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