Berufspendler im Bodenseekreis – Stress muss nicht sein

Gelassenheit im Pendelverkehr schützt die Gesundheit

Datum: 09.02.2018 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Friedrichshafen

Die Arbeitsmarktlage rund um den Bodenseekreis ist gut. Eine Folge davon ist, dass das Berufspendeln in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat. Nach aktuell veröffentlichten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit für das Jahr 2016 kamen 22.379 Menschen täglich von außerhalb zum Arbeiten in den Bodenseekreis während 20.084 seiner Bewohner für die Arbeit über die Kreisgrenze fahren. 2008 waren es erst 17.905 Einpendler. Das entspricht einem Anstieg von rund einem Viertel. Umgekehrt pendeln 2008 noch 15.163 Personen von hier zu einem Arbeitsplatz außerhalb des Landkreises (+ 32 Prozent).

 

Aufgrund dieser zunehmenden beruflichen Mobilität hat die AOK eine Forsa-Umfrage in Baden-Württemberg in Auftrag gegeben. „Wir wollten wissen, wie lange die Menschen zur Arbeit unterwegs sind und welche Belastungen sich daraus ergeben“, erklärt Roland Beierl, Geschäftsführer der AOK – Die Gesundheitskasse Bodensee-Oberschwaben. Für knapp ein Viertel (24 Prozent) beträgt die benötigte Zeit 30 Minuten bis eine Stunde und knapp jeder Zehnte hat sogar einen Arbeitsweg von über einer Stunde. Transportmittel Nummer eins ist das Auto, das gut zwei Drittel der Pendler (67 Prozent) benutzen. Nur etwa jeder Zehnte kommt mit dem öffentlichen Nahverkehr oder Regional- und Fernzug zur Arbeit.

 

„Wir wissen durch frühere Untersuchungen von uns, dass mit der Länge des Anfahrtsweges psychische Beschwerden wie Erschöpfung oder Niedergeschlagenheit zunehmen und es zu vermehrten Fehltagen kommt“, so Roland Beierl. Aber: „Berufliche Mobilität hat nicht zwingend negative Folgen für Psyche und Körper. Belastungsstörungen treten seltener auf, wenn Pendeln eine freiwillige Entscheidung ist und man es als Teil seines Lebensstils akzeptiert. Dann können Flexibilität bei der Zeiteinteilung, Handlungsspielraum bei der Aufgabenbewältigung und soziale Unterstützung durch Kollegen die längeren Anfahrtswege erträglicher machen.“

 

Um mit den Auswirkungen von Stress besser umgehen zu können empfiehlt die Gesundheitskasse Training zur Stärkung der psychischen Gesundheit und Widerstandsfähigkeit. „Man kann seine Fähigkeit zur Stressbewältigung nämlich trainieren wie einen Muskel. Schon kleine Veränderungen haben große Auswirkungen“, betont der AOK-Geschäftsführer Roland Beierl.

 

Quelle: Die repräsentative Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der AOK Baden-Württemberg durchgeführt. Zwischen dem 24. Oktober und 13. November 2017 wurden insgesamt 505 Erwerbstätige ab 18 Jahren in Baden-Württemberg anhand von computergestützten Telefoninterviews (CATI) befragt.

 

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